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Milchproduktion

Maßnahmen zur Reduzierung der Milchpreis-Volatilität gefordert

von , am
10.07.2010

Brüssel - Die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca, fordern langfristige Maßnahmen zur Reduzierung extremer Marktvolatilität und zur Sicherstellung eines fairen Erzeugerpreises.

Fusion geplatzt © Sergey Minaev/Fotolia

Anlässlich einer Sitzung der Europäischen Kommission, bei der die Zukunft des Milchsektors diskutiert wurde, forderten die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca, langfristige Maßnahmen zur Reduzierung extremer Marktvolatilität und zur Sicherstellung eines fairen Erzeugerpreises.

Der neugewählte Vorstand der Arbeitsgruppe "Milch " von Copa und Cogeca, allesamt Produzenten mit großem Fachwissen in Bezug auf Genossenschaftsthemen, war an der Kommissionssitzung beteiligt.

Sicherheitsnetze spielen zentrale Rolle

Als Reaktion auf die von der Hochrangigen Gruppe Milch geäußerten Empfehlungen betonte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Henri Brichart, die Notwendigkeit des Erhalts bestehender Marktverwaltungsmaßnahmen und erläuterte, dass Sicherheitsnetze eine zentrale Rolle in der EU-Milchpolitik spielen und daher die Grundlage der zukünftigen Strategie darstellen sollten. "Wir haben die EU-Kommission heute daran erinnert, dass sie die EU-Milchbestände weiterhin mit Umsicht verwalten muss, um Marktstörungen zu minimieren und zu einer stabileren Lage beizutragen. Die Abnehmer in der EU müssten den jeweiligen Marktpreis für EU-Interventionsprodukte bezahlen, was zu einem nachhaltigen Anstieg der Erzeugerpreise führen würde. Weitere Milchpreissteigerungen in den kommenden Monaten sind durch die aktuelle Marktlage voll und ganz gerechtfertigt. Auf diese Weise werden die Landwirte in die Lage versetzt, wenigstens einige ihrer zahlreichen offenen Rechnungen zu begleichen", so Brichart.

Klarheit und Transparenz schaffen 

Mansel Raymond, der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe, sagte: "Die Hochrangige Gruppe hat gut daran getan, das Thema der Vertragsabschlüsse ernst zu nehmen. Verträge, die freiwillig sein können, müssen mehr Klarheit und Transparenz bei den Milchpreisen schaffen. Der Art der langfristigen Milchpreisgestaltung muss ebenfalls volle Aufmerksamkeit gewidmet werden, da die Erzeuger in den letzten Monaten im Vergleich zu den Verbraucherpreisen keinen fairen Preis erzielt haben. Eine unmittelbare und signifikante Steigerung der Produzentenpreise ist dringend notwendig. Wir fordern daher mehr Transparenz bei den Gewinnspannen, beim Profit und bei den Preisvereinbarungen entlang der gesamten Versorgungskette."

Rolle der Milchgenossenschaften bestätigt

Tommaso Mario Abrate, der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe, betonte seinerseits: "Ich muss darauf hinweisen, dass die Hochrangige Gruppe die bedeutende Rolle der Milchgenossenschaften bestätigt. Deren Besonderheit muss bei der Stärkung der Vertragsbeziehungen und der Verhandlungsmacht der Milcherzeuger in der Lebensmittelkette berücksichtigt werden. Ich bin überzeugt davon, dass die langfristige Nachhaltigkeit der europäischen Milchproduktion besser über Genossenschaften gelingen wird, die sich im Besitz von Landwirten befinden. Sie stellen nicht nur eine direkte Verbindung zwischen der Milcherzeugung und der -verarbeitung her und bieten den Verbraucherinnen und Verbrauchern Produkte mit hohem Mehrwert, sondern stärken auch das Gesellschaftsgefüge in ländlichen Gebieten."

Konkrete Maßnahmen ergreifen

Die Hochrangige Gruppe war eingerichtet worden, um Lösungen für die Krise zu finden, die die Milcherzeuger letztes Jahr schwer getroffen hat. Copa und Cogeca fordern die Kommission dringend auf, auf der Grundlage dieser Empfehlungen konkrete Maßnahmen zu ergreifen. (aiz)

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