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Neue Therapie

Mastitis mit Milchsäurebakterien bekämpfen

Mastitis beim Rind
am Donnerstag, 07.02.2019 - 10:16 (Jetzt kommentieren)

Mit Milchsäurebakterien die „schlechten“ Bakterien verdrängen und Antibiotika einsparen – diese Therapie haben Forscher an Kühen, die an Mastitis leiden, erfolgreich getestet.

Forscher der Hochschule Hannover haben Milchsäurebakterien entwickelt, die gegen Mastitis genauso helfen sollen wie Antibiotika. „Mit dieser Methode lassen sich zukünftig die Antibiotika-Behandlungen reduzieren und die Gefahr verringern, dass Antibiotika in die Umwelt gelangen“, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde in einer Pressemitteilung.

Ein käufliches Produkt gebe es bisher noch nicht. Die Hochschule Hannover will jedoch gemeinsam mit der Freien Universität Berlin und der Dr.-Windmann-Pharma-Gesellschaft (Ihrhove) ein marktfähiges Therapeutikum entwickeln. 

Kühe vertragen neue Therapie gut

Im Labor haben die Forscher die Milchsäurebakterienstämme isoliert und ihre Wirkung auf die Krankheitserreger getestet. „Dann haben wir untersucht, wie sich die Stämme an Hautzellen des Zitzenkanals und des Euters anlagern und ob sie einen Biofilm bilden", sagte Projektleiter Prof. Dr. Volker Krömker. Dabei zeigte sich, dass die Milchsäurebakterien das Vermehren der „schlechten“ Bakterien in der Milchdrüse verhindern.

„Wir konnten feststellen, dass an Mastitis erkrankte Kühe durch die Milchsäurebakterien genauso gesund werden wie durch Antibiotika“, sagte der Professor. Unverträglichkeiten konnten die Wissenschaftler keine feststellen. Eine größere klinische Studie sei allerdings nötig. 

Antibiotika: Schlecht für Wirtschaftlichkeit und Umwelt

2017 wurden nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Deutschland 733 Tonnen Antibiotikum an Tierärzte abgegeben. „Jeder Einsatz von Antibiotika trägt dazu bei, dass Organismen entstehen und sich vermehren, bei denen diese Antibiotika nicht mehr wirken“, sagte Dr. Hans-Christian Schaefer, DBU-Fachreferent für Biotechnologie.

Insgesamt sei die Menge zwar gesunken – 2011 waren es noch 1.706 Tonnen –, aber viel Antibiotika gelange weiterhin über Gülle und Mist in die Umwelt und fördere die Entwicklung resistenter Keime. „Milch von antibiotisch behandelten Kühen dürfen die Betriebe nicht an Molkereien abliefern“, sagte Volker Krömker. Der wirtschaftliche Verlust für die Betriebe sei dabei nicht zu unterschätzen. 

Mit Material von DBU

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