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Tiergesundheit

Mastitis in der Trockenstehzeit: das rät die Expertin

Tiere mit einer aktiven Mastitis sollten nicht trockengestellt werden, bevor die Mastitis ausgeheilt ist.
am Dienstag, 25.10.2022 - 12:42

agrarheute hat bei Prof. Martina Hoedemaker, Klinikdirektorin für Rinder der tierärztlichen Hochschule Hannover nachgefragt, was Sie bei einem akuten Fall tun können und wie Sie der Infektionskrankheit vorbeugen.

Warum ist das Infektionsrisiko in der Trockenstehzeit deutlich höher als in der Laktation?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zu Beginn der Trockenstehperiode gibt die Kuh zunächst noch Milch und wird dann auf einmal nicht mehr gemolken. Durch den Wegfall des Melkens gibt es aber keinen Spüleffekt mehr und gesundheitsschädliche Keime werden nicht mit der Milch abtransportiert. Zudem befindet sich noch Milch im Euter und andere Faktoren, die für die Abwehr von Bakterien verantwortlich sind, werden verdünnt, das heißt, sie sind nicht so wirksam. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bildung des Keratinpropfs im Strichkanal ein paar Tage dauern kann. Bei einigen Kühen kann dieser Vorgang auch verspätet einsetzen, sodass der Strichkanal nicht sofort geschlossen ist und darüber Keime weiterhin ins Euter gelangen können. Weiterhin sind die weißen Blutzellen im Euter, die sonst die Funktion haben, Bakterien abzutöten, damit beschäftigt, Milchbestandteile wie Proteine, Caseine und Fetttropfen aufzufressen, die sich noch in der Milch befinden. Sie sind also mit anderen Dingen beschäftigt als mit der Abwehr von Bakterien. All diese Gründe führen dazu, dass zu Beginn der Trockenstehphase erst mal das Neuinfektionsrisiko deutlich steigt.

Ist das Risiko einer Neuinfektion zu Beginn des Trockenstellens am höchsten?

Sowohl zu Beginn als auch zum Ende der Trockenstehphase herrscht ein gleich großes Risiko für Neuinfektionen. Am Ende der Trockenstehphase haben wir wieder eine Milchbildung. Die schützenden Faktoren werden dadurch wieder verdünnt und die Kühe selbst sind in ihrer Abwehr geschwächt. Sie sind insgesamt anfälliger. In dieser Zeit löst sich der Keratinpropf auf und der Strichkanal verliert wieder seinen Schutz. Die Neuinfektionsrate in der Trockenstehphase kann um die 25 Prozent betragen. Sie lässt sich nicht 100-prozentig verhindern, sollte aber unter 15 Prozent liegen.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Mastitiserkrankung?

Besonders Umweltkeime wie coliforme Keime oder auch Streptokokken spielen bei Neuinfektionen auf jeden Fall eine Rolle. Die Erreger kommen in der Umwelt vor und befinden sich auch auf der Zitzenhaut. Wenn der Strichkanal nicht über einen Keratinpropf verschlossen ist, können gerade diese Erreger schnell über den Strichkanal ins Euter gelangen.

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