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Eutergesundheit

Mastitis vermeiden: Das raten die Experten

Euter einer Fleckviehkuh auf der Weide
Maren Diersing-Espenhorst, dlz primus Rind
am
20.10.2016

In der dlz-Serie zum Thema „Automatisches Melken – Die Kosten im Griff“ zeigen Experten auf, wo in verschiedenen Bereichen noch Reserven schlummern. Während es im ersten Teil um die Fütterung ging, beschäftigt sich dieser Teil mit der Eutergesundheit.

Kühe im Roboterstall

Tierarzt André Hüting und sein Team versuchen die gesamte Milcherzeugung eines Betriebs zu betrachten: „Das ist das Ziel unserer Bestandsbetreuung, die wir auch in der Herde der Lima Holsteins KG in Rees anwenden.“ Auf dem Betrieb von Markus Hübers und seinen Partnern stehen 320 Holsteinkühen, die von fünf Melkrobotern gemolken werden. Dort diskutierten Anfang Juli Milchviehhalter und Experten über die Effizienz von automatischen Melksystemen.

André Hüting befasste sich dabei mit der Eutergesundheit. Er empfiehlt etwa 65 niederleistende Kühe pro Roboter zu halten. In einer Hochleistungsgruppe sollten es maximal 58 Tiere je Melkeinheit sein.

Mastits: Quote sollte unter 15 Prozent liegen

Der Tierarzt weist zudem darauf hin, dass besonders Jungkühe zu häufig mit einer Mastitis in die erste Laktation starten. Markus Hübers pflichtet ihm bei: „Ich schätze, dass knapp 25 Prozent unserer Erstkalbinnen Probleme haben.“ Bastian Hermanns, Milchviehhalter aus Ziertheim-Reistingen, berichtete, dass seine Jungkühe oft mit 500.000 bis 1 Mio. Zellen in die erste Laktation starten, dann aber innerhalb von zwei bis drei Wochen auf 100.000 Zellen sinken. „Das Ziel sollte unter 15 Prozent Erstkalbinnen mit Mastitis sein“, stellt André Hüting klar.

Mastitis vermeiden: Tierarzt setzt auf Zitzenversiegler

Um die Anzahl der Mastitiden der Erstlaktierenden zu senken, arbeiten der Tierarzt und Markus Hübers seit einigen Monaten auch bei den Färsen der Lima Holstein KG mit Zitzenversieglern. „Wir holen die tragenden Färsen drei Wochen vor dem Kalben vom Aufzuchtbetrieb auf unseren Hof“, erklärt der Landwirt. „Hier werden dann die Klauen gepflegt und die Zitzen versiegelt.“ Dabei wird sich strikt an die Arbeitsanweisung gehalten, damit die Applikation sauber erfolgt.

„Das heißt, es werden saubere Handschuhe angezogen, auf die Zitzen wird Sprühalkohol aufgetragen und mit einem sauberen Tuch wird die Zitzenspitze gereinigt“, erklärt André Hüting. „Danach wird die Zitzenbasis zugedrückt, damit beim Einbringen des Versieglers dieser nur in der Zitzenzisterne verbleibt.“ Von der Benutzung der häufig mit dem Zitzenversiegler mitgelieferten Desinfektionstüchern, rät der Veterinär ab: „Sobald man sie auseinander gefaltet hat, sind sie durch die vielen Berührungen verschmutzt. Ich empfehle deshalb immer eine Sprühflasche mit Alkohol zu nutzen.“

Der vollständige Beitrag ist in dlz primus Rind Oktober 2016 erschienen.

Fünf Melksysteme in Bildern

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