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Euterhygiene

Mastitis vorbeugen: Das sollten Sie vor und nach dem Melken tun

© Vet-Foto/www.landpixel.de
Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
19.11.2015

Neben Fruchtbarkeitsstörungen zählt Mastitis zu den häufigsten Gründen für eine vorzeitige Schlachtung der Milchkuh. Was Sie für die Eutergesundheit tun können, lesen Sie hier.

Ab einer Zellzahl von 200.000 Zellen liegt sehr wahrscheinlich eine subklinische Mastitis vor. Verschiedene Untersuchungen haben laut der Landwirtschaftskammer Steiermark gezeigt, dass bereits eine subklinische Mastitis zu einer Minderleistung zwischen fünf und 30 Prozent führen kann. Durch verschiedene Maßnahmen vor und nach dem Melken können Milchviehhalter Euterproblemen schon im Vorfeld entgegenwirken.

Das sollen Sie vor dem Melken tun

  • Gesunde Kühe zuerst melken: Um eine Ausbreitung von Mastitiserregern zu verhindern, soll der Landwirt zuerst die eutergesunden Kühe, dann die Kühe mit einer erhöhten Zellzahl und am Ende die nachweislich euterkranken Kühe melken.
  • Vormelken: Dabei sollen immer saubere Einweghandschuhe benutzt werden. Aus jeder Zitze sollte der Landwirt zwei bis drei Strahlen Vorgemelk in den Vormelkbecher melken.
  • Zitzen reinigen: Der Landwirt sollte die Zitzen mit feuchten Einwegpapiertüchern oder feuchten, textilen Tüchern reinigen. Ein Euterlappen darf nicht für alle Kühe benutzt werden.
  • Zitzen desinfizieren: Die Desinfektion der Zitzen mit den dafür vorgesehenen Mitteln vor dem Melken ist eine sehr effektive Art, Keime von den Zitzen fern zu halten.
  • Stallhygiene sichern: Dr. Thomas Bauer von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt noch folgende Maßnahmen: tägliche Reinigung der Liegeboxen und Laufwege,  Enthaaren der Euter und eine manuelle Reinigung der stark verschmutzten Euter. 

Das sollen Sie nach dem Melken tun

  • Um die Zellzahl effektiv reduzieren zu können, soll der Landwirt regelmäßig Dippmitteln für die Zitzen anwenden. Das Tauchen, beziehungsweise einsprühen der Zitzen sofort nach dem Melken mit jod-, chlor- oder peressigsäurehaltigenDesinfektionsmitteln hat sich in den letzten Jahrzehnten als Euterhygienemaßnahme etabliert.
  • Dippen beziehungsweise Sprayen soll nur bei mittlerer bis hoher Mastitisrate mit kuhassoziierten Erregern (zum Beispiel Staphylococcus aureus, Streptococcus agalactiae ) erfolgen. Bei Problemen mit Keimen wie beispielsweise Streptococcus uberis, Hefen und Pilze, die Mastitis erregen, kann die Infektionsrate damit nur in einzelnen Fällen reduziert werden. Die Verwendung von Dip-Bechern mit Rücklaufsperre soll  nach maximal 50 Kühen entleert und gereinigt werden.
  • Beim Einsprühen der Zitzen wird mehr Desinfektionsmittel benötigt. Bei dieser Methode soll der Landwirt darauf achten, ob jedes Euterviertel vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist.
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