Login
AMS

Melkroboter: Vor- und Nachteile für die Eutergesundheit

Melkroboter
© gaisburger/fotolia
von , am
12.10.2016

Automatisches Melken bietet hinsichtlich der Eutergesundheit mehrere Vorteile. Jedes Viertel im Roboter leitet Milch ab, die Melkroutine ist immer die Gleiche. Es gibt aber auch Nachteile.

Vorteile für die Eutergesundheit

Laut Melkexperten der KTBL bringen Melkroboter einige Vorteile bezüglich der Eutergesundheit:

  • So ist jedes Viertel im Roboter mit einem eigenen milchableitenden System aus Zitzenbecher, Puls- und Milchschläuchen ausgestattet.
  • Ein Sammelstück ist nicht vorhanden, sodass ein schnelles und zügiges Ableiten der Milch gewährleistet ist.
  • Die Melkroboter setzen konsequent eine vorgegebene Melkroutine um. Ein Auslassen einzelner Routinearbeiten, beispielsweise ein Unterlassen des Vormelkens, kann nur durch aktives Eingreifen des Landwirtes erfolgen.
  • Die zumeist milchflussgesteuerte Abnahme der Zitzenbecher erfolgt individuell bei jedem Viertel. Das Risiko für Blindmelken, für Melken unter Melkvakuum bei niedrigem oder sogar fehlendem Milchfluss, ist somit nahezu ausgeschlossen.
  • Kürzere Zwischenmelkzeiten und häufigeres Melken tragen zum Ausschwemmen der Mastitiserreger bei.

Nachteile für die Eutergesundheit

Dennoch kann automatisches Melken laut KTBL-Schrift auch einige Nachteile für die Eutergesundheit beinhalten:

  • In Betrieben mit AMS werden nur selten regelmäßige Zwischenmelkzeiten erreicht. Bei Zwischenmelkzeiten von über 14 Stunden ist bereits eine signifikante Verringerung der Milchsekretionsrate pro Stunde zu verzeichnen (Schridde 2006).
  • Verglichen mit konventionellen Melkanlagen werden beim AMS mehr Kühe mit einem Melkgeschirr gemolken.
  • Die Eutervorbereitung, das heißt die Reinigung und das Vormelken, können nur bedingt den Anforderungen des Tieres angepasst werden.
  • Neben dem Vormelken und Reinigen sind auch die Ansetzvorgänge nicht immer zu 100 Prozent erfolgreich. So kann es passieren, dass einzelne Zitzen nicht gefunden werden oder ein Becher an die falsche Zitze angesetzt wird.
  • Das häufigere Melken schwemmt zwar Mastitiserreger aus, führt aber auch zu einer Aufweitung des Strichkanals und kann dadurch das Eindringen von Mastitiserregern begünstigen.

Ähnlich dem konventionellen Melken sind auch beim AMS Risiken zu verzeichnen. Der Landwirt kann aber durch entsprechende Vorbeugemaßnahmen die meisten Risiken minimieren oder umgehen.

Quelle: KTBL-Schrift 497 "Automatische Melksysteme".

Fünf Melksysteme in Bildern

Der weltweit am meisten nachgefragte Gruppenmelkstand ist weiterhin der Fischgrätenmelkstand. © Struck
Betriebe mit begrenzt verfügbaren Arbeitskräften oder auch mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität setzen auf einen Melkroboter. © Struck
Wichtig bei den Side-by-Side-Melkständen ist ein ausreichend großes Platzangebot. © Diersing-Espnehorst Maren
Entgegen der landläufigen Meinung hat die Melkstandbauart kaum Auswirkungen auf die Anzahl gemolkener Kühe pro Stunde. © Struck
Bei der Auswahl der Melktechnik soll der Melker auf eine gute Zugängigkeit zum Euter achten. © Struck
Beim vollautomatischen Melkkarussell wird zum Beispiel bei dem Herstellern GEA  jeder Melkplatz mit einem kompletten Melkmodul ausgestattet. © Struck
Außenmelkerkarusselle sollen höhere Melkdurchsätze und einen geringeren Platzbedarf ermöglichen. © Struck
Für einen problemlosen Melkeinsatz ist die optimale Integration des Roboters in den Milchviehstall nötig. © Struck
Auch interessant