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Milchproduktion

Melkrobotik: Lohnt sich die Investition?

Melkroboter
© gaisburger/fotolia
von , am
03.07.2017

Bei der Investitionsplanung von Milchviehställen ist die Wahl des Melksystems eine zentrale Frage. Lohnt sich die Investition in einen kostenintensiven Melkroboter?

Vorallem Betriebe mit 50 -70 Kühen entscheiden sich für einen Melkroboter. © landpixel

Laut einer Umfrage investieren Milchviehhalter zwar immer weniger Geld in Melkanlagen, wenn aber doch, dann zu über 50% in Melkroboter.

Die Entscheidung für ein Automatisches Melksystem (AMS) hängt in erster Linie von der Leistung des Milchviehbetriebs und der Kapitalmenge ab. Die hohen Investitionskosten eines Melkroboters rechnen sich erst bei einer Auslastung von mehr als 650.000 Kilogramm Milch pro Jahr, so die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) in Schwäbisch Gmünd. Bei optimaler Handhabung steigere sich jedoch die Milchleistung um 500 bis 1.000 Kilogramm je Kuh im Jahr. Ausschlaggebend ist laut LEL nicht unbedingt die Tieranzahl als die Milchleistung.

 

Hier finden Sie einen Kostenvergleich der Melksysteme, veröffentlicht von Dr. Ralf Over, Landesanstalt für Landwirtschaft im Bereich Ökonomik, Tierhaltung und Futterbau zum Download ...

Melkroboter spart Zeit und erhöht die Leistung

Ein Automatisches Melksystem ist teuer, kann jedoch Vorteile gegenüber konventionellen Melksystemen haben. Bei einem reibungslosem Einsatz und einer optimalen Handhabung der Technik lassen sich mit einem AMS gute Melkleistungen erzielen und der Landwirt spart auf Dauer Arbeitszeit ein. Außerdem ermöglicht das System ein datenbasiertes Monitoring der gesamten Herde. Mit einigen Tricks, können die Kosten des Melkroboters in Griff gehalten werden.

 

Vorteile des AMS

  • Steigerung der Melkleistung
  • Größere zeitliche Flexibilität
  • Einsparung von Melkzeit
  • Datenerfassung zur besseren Kontrolle der Tiergesundheit
  • Weniger körperliche Arbeit
  • Optimaler Herdenüberblick

Die Robotik erfordert eine Umstellung

Ob Tier oder Mensch - die Bedienung eines Melkroboters will gelernt sein. Bis die Tiere sich an den neuen Melkrhythmus gewöhnt haben, dauert es einige Wochen, in denen der Landwirt im 24 Stundeneinsatz die Kühe aktiv antreiben muss.

Auch der Landwirt muss sich umstellen. Das AMS verlangt eine Umstellung auf ein elektronisches Management, welches ein hohes Maß an Fachkenntnis und Erfahrungen in Fütterung, Tiergesundheit und Arbeitsorganisation erfordert. Das schnelle Erkennen einer Krankheit ist beispielsweise abhängig von der richtigen Interpretation der Daten der PC-Software. Der Umgang mit elektronischen Medien ist somit ein Muss.

Außerdem muss auch bei der Stallplanung einiges beachtet werden, damit der Platz optimal genutzt werden kann und am Ende nicht zu knapp wird.

Laut nord-rheinwestfälischer Landwirtschaftskammer (LK) haben Ergebnisse aus der Praxis gezeigt, dass sich häufig Zellgehalt und Keimzahl mit der Umstellung auf ein AMS verschlechtern. "Die Gründe und Ursachen hierfür sind nicht unbedingt bei der Technik zu suchen. Erhöhte Keimzahlen in automatischen Melksystemen resultieren häufig aus Fehlern im Kühl- und Spülsystem des Milchlagertanks", so die LK Nordrhein-Wesfalen. Denn die  gleichbleibende Melkroutine ist beispielsweise ein großer Vorteil des AMS. Landwirte müssen zwischen den Vor- und Nachteilen für die Eutergesundheit abwägen.

Die Nachteile der Melk-Automatisierung

Abhängig von Betriebsgröße, der Arbeitskräftesituation und vorhandenem Know-How ist die Automatisierung des Melkens nicht immer von Vorteil.

 

Nachteile des AMS

  • • Hohe Investitionskosten
  • • Routinierter Umgang mit Computer und Software nötig
  • • Zeitaufwand für tägliche Datenauswertung
  • • Intensive Boxenpflege erforderlich
  • • Keine räumliche Trennung der Funktionsbereiche Futteraufnahme, Laufen und Liegen sowie Milchabgabe
  • • Beschränkung auf Kühe mit optimaler Zitzenform
  • • Zeitintensive Umgewöhnungsphase des Melkrhythmus der Tiere

Das sagen bayerische Kühe zum Welt-Milchtag

Bayerische Kuh
Übersetzung: Schauen wir mal, dann sehen wir schon. Bedeutung: Abwarten - ich bin ja keine Hellseherin. © LVBM
Bayerische Kuh
Übersetzung: Das ist eine gemähte Wiese. Bedeutung: Leichtes Spiel haben. © LVBM
Bayerische Kuh
Übersetzung: Grün und Blau wie des Kaspers Ehefrau. Bedeutung: Da passt modetechnisch nichts zusammen. © LVBM
Bayerische Kuh
Übersetzung: So laufen die Dinge eben. © LVBM
Bayerische Kuh
Übersetzung: Ein Päckchen Ohrfeigen ist schnell geöffnet. Bedeutung: Aufpassen, sonst vergesse ich meine gute Kälberstube! © LVBM
Bayerische Kuh
Übersetzung: Hier vertrocknet er dir. Hier vertrocknet er dir auch. Dort würde er dir auch vertrocknen. Bedeutung: Lassen Sie ihre Topfpflanze zu Hause, wenn Sie auf die Alm gehen, sonst quatschen Ihnen die Almkühe die Ohren voll. © LVBM
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