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Milchproduktion

'Mengensteuerung ist ein politischer Salto rückwärts'

von , am
08.10.2009

Berlin - Bis zum Samstag findet in Bratislava ein Europäischer Milchkongress statt, bei dem die Zukunft der Branche vor dem Hintergrund der reformierten EU-Agrarpolitik Thema ist.

© agrarfoto.com

"Kernthemen beim Milchkongress sind natürlich die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt, Nachhaltigkeit und die Zeit nach der Milchquote", so Michael Brandl, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbands im Telefoninterview.

Beim "Weltmilchforum" am morgigen Freitag geht es um politische Rahmenbedingungen, Umweltpolitik und Marketing. Zur Debatte stehen in der slowakischen Hauptstadt auch die Nachhaltigkeit in der Lebensmittelkette im Sinne einer Verringerung der Treibhausgasemissionen sowie die Vermarktung von Milchprodukten unter Einbeziehung des Ernährungswertes. "Wir müssen auf die neuen Anforderungen der Verbraucher eingehen", so Brandl.

Kleinere Betriebe: Zukunft liegt in den Nischen

Eine Zukunft für kleinere landwirtschaftliche Milchbetriebe sieht Brandl vor allem in Nischen wie Bio oder regionale Produktion. Ob jedoch alle kleineren Betriebe dort einen Platz finden, sieht Brandl kritisch: "Nischen werden nicht unendlich wachsen. Das wird der Markt regeln." Denn der Verbraucher reagiere vor dem Kühlregal häufig anders, als er in Lippenbekenntnissen äußere. Entscheidend sei schließlich häufig doch der Preis.

Als Sprecher zum Thema EU-Agrarpolitik wird der Kabinettschef von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel, Dr. Klaus-Dieter Borchardt, erwartet. Zum Thema Nachhaltigkeit wird Rick Naczi vom Milch-Innovationszentrum (DMJ) in den Vereinigten Staaten sprechen. Benoit Passard von DeLaval International aus Schweden hat sich angesagt, um zum Thema Treibhausgasemissionen zu sprechen.

Ausgerichtet wird der Kongress von der Europäischen Milchassoziation (EDA) zusammen mit Assifonte und dem slowakischen Milchverband (SNZ). (AgE/pd)

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