Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Hier schreibt Fraulein Deere

"Mich belastet die Angst, dass jemand meine Tiere freilässt!"

rinder-auf-der-weide
am Montag, 28.06.2021 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Landwirtin Julia Schmid alias Fräulein Deere berichtet alle zwei Monate über ihre Sicht der Dinge. Dieses Mal geht es um freigelassene Tiere und Müll auf dem Acker.

Julia Schmid

Moin liebe Kolleginnen und Kollegen, wir Landwirte, insbesonderen die Tierhalter unter uns, haben mit diversen Problemen zu kämpfen, sei es das Nichtzusammenpassen von Wunschvorstellung und Zahlungsmoral der Verbraucher oder ständig neue Ideen aus der Politik oder der Nichtregierungsorganisationen (NGO).

In letzter Zeit lese ich immer wieder vom mutwilligen Öffnen der Ställe und absichtlich „vergessenem“ Müll auf Feldern und in Wäldern. Erst vor Kurzem wurden mitten in der Nacht Pferde aus ihrem Stall gelassen und über 100 Kühe und Kälber durch das Öffnen aller Tore in die „Freiheit entlassen“. Gott sei Dank wurde der Täter gefunden, aber nicht immer werden die Verantwortlichen gefasst.

Müll auf dem Acker

Vor einiger Zeit berichtete eine junge Agrarbloggerin, dass ständig auf ihren Flächen illegal Müll entsorgt wird und sie sich wie im Hamsterrad fühlt. Kaum räumt sie den Müll weg, ist neuer da.

Abgesehen davon, dass die Müllentsorgung illegal ist, kostet es uns Landwirten viel, wenn zum Beispiel Sondermüll wie Farben oder Lacke auf den Flächen entsorgt werden.

Mich ärgert es extrem, dass auf das Eigentum anderer keine Rücksicht genommen wird und Schäden wissentlich in Kauf genommen werden. Die Angst, dass jemand Tiere freilässt oder in den Stall einbricht, belastet emotional. Darüber wird kaum gesprochen.

Mitmenschen sensibilisieren

Wir müssen unsere Ställe und Flächen mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen so gut es geht schützen. Damit ist natürlich keinesfalls Gewalt in irgendeiner Art gemeint. Allerdings müssen wir Landwirte uns darauf einstellen, alle uns zur Verfügung stehenden Sicherheitsmaßnahmen auszuschöpfen. Dazu gehört: Tore und Gatter verschließen, aber auch Überwachungskameras oder Beleuchtungen mit Bewegungsmeldern einsetzen.

Ich finde es zudem wichtig, die Mitmenschen zu sensibilisieren und auf die Gefahren hinzuweisen. Einigen ist einfach nicht bewusst, dass achtlos weggeworfener oder liegen gelassener Müll nicht nur „nicht schön“ ist, sondern auch Probleme und Gefahren mit sich bringt. Sensibilisierte Verbraucher halten bestimmt auch mit die Augen auf.

Diesen Müll haben unsere Agrarfrauen auf Ihren Feldern gefunden

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