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Milchproduktion

Milch 2014: Welthandel wächst, Preise bleiben hoch

von , am
19.12.2013

Am Milchmarkt deutet derzeit alles auf eine Fortsetzung der von hohen Preisen und sehr guten Absatzmöglichkeiten geprägten Marktverhältnisse hin.

Die neuseeländischen Milchbauern haben ihre Produktion deutlich gedrosselt. © Mühlhausen/landpixel
Der Preisanstieg hat im zurückliegenden Jahr die Produktion kräftig angekurbelt und sowohl am europäischen Binnenmarkt als auch im Export für einen deutlichen Angebotszuwachs gesorgt. Vor allem an den Exportmärkten wächst die Nachfrage auch im kommenden Jahr kräftig weiter und nimmt das zusätzliche Angebot anscheinend ohne Preiskorrekturen nach unten auf.
 
Das lassen sowohl die Kontraktpreise für 2014 auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade erwarten als auch die aktuell vom USDA prognostizierten Handelsmengen bei den wichtigsten Milchprodukten. Den Ausschlag gibt einmal mehr die Importentwicklung in China. Mittlerweile sind die Chinesen deutlich vor Russland, Saudi-Arabien, Mexiko und Algerien der größte Importeur von Milchprodukten auf der Welt.

Preissprung bei allen Milchprodukten

Im zurückliegenden Jahr sind die Exportpreise für die wichtigsten Milchprodukte an den europäischen Exporthäfen im Schnitt um 20 bis 30 Prozent (%) gestiegen. Am stärksten verteuerte sich Vollmilchpulver (30 %) am geringsten war der Preisanstieg für Käse (20 %). Die Preise für Butter und Magermilchpulver sind etwa 25 % höher als vor einem Jahr.
 
Der internationale Preisindex für Milchprodukte an der globalen Handelsbörse GlobalDairyTrade war bei der letzten Auktion im Dezember rund 50 % höher als vor einem Jahr.

Begrenztes Angebot, kräftig wachsende Nachfrage

Die Ursache für den kräftigen Preisanstieg am Weltmarkt sowie in den Exportländern (Europa, Neuseeland) liegen ganz offensichtlich in der gegenläufigen Entwicklung von Angebot und Nachfrage im letzten Jahr.
 
So hatten die Witterungsverhältnisse in Verbindung mit hohen Futterkosten die Produktion in der EU in der ersten Hälfte des Jahres spürbar gedrosselt und unter die Vorjahreslinie gedrückt. In Neuseeland und Australien hatte eine extreme Trockenheit in der ersten Jahreshälfte (zum Ende des ozeanischen Milchwirtschaftsjahres) die Produktion regelrecht abstürzen lassen. Im gleichen Zeitraum nahm die Nachfrage nach Milchprodukten am Weltmarkt überaus kräftig zu.

Chinesische Importe wachsen auch 2014 kräftig

Für das nächste Jahr erwarten die Experten des USDA einen weiteren kräftigen Zuwachs bei der Importnachfrage nach Voll- und Magermilchpulver. Diese Einschätzung hat sich bereits in den internationalen Preisen niedergeschlagen. Diese sind im Dezember an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte für die Kontraktpreise im nächsten Jahr zuletzt ebenso gestiegen wie die Preise an den Exporthäfen im Dezember.
 
Von den 2014 weiter kräftig wachsenden chinesischen Vollmilchpulver-Importen profitiert ganz besonders Neuseeland. Am Käsemarkt rechnet das USDA für 2014 ebenfalls mit einem weiteren Wachstum der Exporte nach Russland und Japan. Davon profitieren ganz besonders die Europäer die ihre Exporte um 25.000 Tonnen auf 825.000 Tonnen ausbauen könnten.
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