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Milchproduktion

Milch: Auktionspreise brechen ein

© Freer/fotolia
von , am
02.04.2014

An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte gab es die vierte Abwärtskorrektur in Folge. Diesmal sind die Preise aufgrund der hohen Angebotsmengen um fast neun Prozent eingebrochen.

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Die Preise für Magermilchpulver lagen Anfang Oktober unter dem Interventionspreis von 169,80 Euro. © Freer/fotolia
Bei der Auktion an der Global Dairy Trade am 1. April sind die Preise um 8,9 Prozent (%) zurückgegangen. Das ist der stärkste Preisrückgang seit April 2012 also seit 2 Jahren. Damit sind Preise an der globalen Handelsplattform seit Anfang Februar um 18 % gefallen und rutschten auf den tiefsten Stand seit einem Jahr (April 2013). Bereits im Vorfeld der Auktion hatten die Exportpreise (fob) an den Verladehäfen in Ozeanien und in Europa vor allem für Milchpulver kräftig nachgegebenen und eine weitere Preiskorrektur angedeutet.
 
Darüber hinaus ist das Angebot (Produktion) an Milch und Milchprodukten sowohl in Ozeanien als auch in Europa weiter kräftig gewachsen und übersteigt die Vorjahresmengen sehr deutlich.

Preisrutsch bei Milchpulver

Bei der aktuellen Auktion gaben die Preise für alle gehandelten Milchprodukte (außer für Kasein) deutlich nach. Besonders kräftig waren die Korrekturen bei Milchfett und bei Milchpulver. Bei der aktuellen Handelsrunde mussten die Auktionspreise des Indexschwergewichtes Vollmilchpulver erneut um 8,4 % nach unten korrigiert werden. Damit kostet Vollmilchpulverpreise (VMP) jetzt bereits 21 % weniger als im April vor einem Jahr. Allerdings waren die Preise für VMP vor einem Jahr auch sehr kräftig gestiegen. Bei Magermilchpulver beträgt der Preisrückgang bei der aktuellen Auktion sogar 9,6 %. Die Magermilchpulverpreise sind damit ebenfalls 20 % niedriger als im letzten Jahr.
 

Butter und Milchfett geben nach

Mit einem weiteren sehr kräftigen Preisabschlag von 11,3 % wurde bei der aktuellen Auktion wasserfreies Milchfett (AMF) gehandelt. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die AMF-Preise jetzt 13,5 % niedriger. Um 11 % nach unten gerutscht sind Anfang April außerdem die Preise für Butter. Hier liegen die Auktionspreise jetzt knapp 9 % unter dem Vorjahr. Auch Käse (Cheddar) wurde mit einem weiteren Abschlag von 3,5 % gehandelt. Damit sind jetzt auch die Käsepreise 4 % niedriger als im letzten Jahr.
 

Produktion wächst weiter

Aus Neuseeland meldet man für den Januar bei rekordhohen Milchpreisen eine Milchanlieferung die 7,4 % höher war als im letzten Jahr und 12 % höher als vor zwei Jahren. Allerdings ist es auf der neuseeländischen Nordinsel weiterhin sehr trocken und die Produktion wird dadurch etwas gedrosselt. Der saisonale Tiefpunkt der neuseeländischen Milchproduktion Produktion ist jedoch erst im Juni und Juli erreicht. Aus Australien meldete man für den Monat Januar ebenfalls eine Milch-Anlieferung die etwa 3 % höher ist im Vorjahr.
 
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