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Milchproduktion

Milch-Handelsbörse global: Preise steigen kräftig

von , am
17.07.2013

Die Preise an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (Global Dairy Trade) haben Mitte Juli einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Am stärksten zogen die Auktionspreise für Vollmilchpulver an.

Die anziehende Nachfrage aus China ist ein Grund für das Anziehen der Preise für Milchprodukte. © rabbit75_fot/Fotolia
Gegenüber dem Vorjahr ist das Preisniveau der bei der Auktion gehandelten Milchprodukte damit mehr als 80 Prozent (%) höher. Verantwortlich für den aktuellen Preisanstieg ist offenbar, dass das aus saisonalen Gründen sehr begrenzte ozeanische Angebot auf eine kräftig anziehende Nachfrage Chinas trifft.
 
Um durchschnittlich 4,9 % verteuerten sich die an der globalen Handelsbörse Global Dairy Trade gehandelten Milchprodukte. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung war ein Preisaufschlag bei Vollmilchpulver von 7,7 %. Außerdem kletterten die Preise für Magermilchpulver um 3,3 % nach oben. Damit ist Vollmilchpulver derzeit mit 5.060 US-Dollar je Tonne (USD/t) rund 11 % teurer als Magermilchpulver mit 4.566 USD/t. Weitere Preisaufschläge gab es außerdem mit 4,8 % für Buttermilchpulver, mit 2,1 % für Käse (Cheddar) und mit 3,6 % für Milchfett (AMF). Unveränderte Preise notierte man hingegen für Butter und nach unten ging es für Kasein. Die Menge der gehandelten Milchprodukte blieb im Vergleich zur letzten Auktion stabil.

China beflügelt die Nachfrage

© Global Dairy Trade
Hauptgrund für die steigenden Preise ist nach Einschätzung von Analysten die anziehende Nachfrage Chinas. Gleichzeitig befindet sich die Produktionskurve in Neuseeland im Juni und Juli auf dem saisonalen Tiefstand, auch wen das neue Milchwirtschaftsjahr im Juni begonnen hat. Auch die australische Produktion bewegt sich im Juni und Juli auf dem saisonalen Tief. Damit ist das aktuelle das Angebot in Ozeanien sehr begrenzt.
 
Gleichzeitig haben Analysten des USDA-Büros in Peking in einer aktuellen Prognose die erwarteten Importe Chinas bei Vollmilchpulver deutlich nach oben gesetzt. Mit etwa 480.000 t erwartet man eine Zunahme der Importe gegenüber dem Vorjahr um fast 20 % beziehungsweise 74. 000 t und liegt damit auch deutlich über den ursprünglichen Erwartungen.

Knappes Angebot in Ozeanien

Autor: Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Zudem war das Ende des letzten Milchwirtschaftsjahres in Neuseeland von einem massiven trockenheitsbedingten Produktionseinbruch geprägt. Umfangreiche Regenfälle ab April konnten den kräftigen Produktionsrückgang zwar nicht mehr aufhalten, sorgten jedoch für gute Voraussetzungen im neuen Milchwirtschaftsjahr. Aus Australien meldet man hingegen einen eher schwachen Start in die neue Saison. Auch dort hatte es wegen der Hitzewelle im letzten Sommer erhebliche Produktionseinbußen gegeben.
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