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Milchproduktion

Milch: Kräftiger Preissprung überrascht die Märkte

© yamix/Fotolia
von , am
06.03.2013

Bei der ersten Auktion im März haben die Preise für Milchprodukte an der globalen Handelsbörse einen kräftigen Sprung gemacht. Grund ist vor allem der trockenheitsbedingte Produktionseinbruch in Neusseland.

Auf der neuseeländischer Nordinsel herrscht extreme Trockenheit. Der Zustand der Wiesen verschlechtert sich, sodass die produzierte Milchmenge zurückgeht. © Werkbild
An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte haben die Preise bei der ersten Auktion im März einen überraschend kräftigen Sprung nach oben gemacht und damit den höchsten Stand seit 21 Monaten bzw. seit Juni 2011 erreicht. Der gemittelte Preisindex für die auf dieser Auktion gehandelten Milchprodukte kletterte um 10,4 Prozent (%).
 
 
 
 
 
Ganz besonders kräftig verteuerte sich dabei das im Handel mit China wichtigste Milchprodukt Vollmilchpulver. Ursache für den Preisanstieg ist aber nicht so sehr ein sprunghafter Anstieg der Nachfrage am Weltmarkt sondern vielmehr die sich deutlich abzeichnende Verknappung des Milchangebotes beim weltweit wichtigsten Exporteur Neuseeland.

Neuseeland: Produktion bricht ein

Ganz offensichtlich werden die Auswirkungen der bereits sei Mitte Dezember zu beobachtenden extremen Trockenheit auf der neuseeländischen Nordinsel immer gravierender. Fünf Regionen wurden diese Woche von der neuseeländischen Regierung als massiv von der Trockenheit betroffen bezeichnet. Darunter auch die Region Waikato, in der 25 % der neuseeländischen Milch erzeugt werden. Der sich dramatisch verschlechternde Zustand der Wiesen und Weiden erlaubt schon seit einiger Zeit keine optimale Versorgung der Milchkühe mit Futter mehr und führt zudem scharfen Rückgang der produzierten Milchmenge auf der Nordinsel.

Milchpreise werden weiter steigen

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Noch bis Dezember betrug der neuseeländische Produktionsvorsprung gegenüber dem Rekordergebnis des Vorjahres sieben Prozent. Die Verschlechterung des Futterangebotes und der scharfe Rückgang der Produktion auf der Nordinsel, haben für die letzten Monate des bis Mai dauernden Milchwirtschaftsjahres jedoch zu einer deutlichen Reduzierung des Produktionsvorsprungs geführt.
 
Der weltweit größte Exporteur von Milchprodukten, die neuseeländische Fonterra-Gruppe, geht in einer aktuellen Prognose davon aus, dass die Mehrproduktion am Ende des Milchwirtschaftsjahres im Mai allenfalls noch ein Prozent beträgt. Die Folgen dieser Entwicklung sind nach Einschätzung von Fonterra steigende Milchpreise in Neuseeland und in der Folge wohl auch auch am Weltmarkt.

Alle Milchprodukte verteuern sich

Internationaler Preisindex für Milchprodukte
Dieses Szenario wurde auch auf der Auktion am 6. März deutlich. Der Preis für Vollmilchpulver kletterte dort um 18 % auf 4.298 US-Dollar pro Tonne (UDS/t ) und damit auf den höchsten Stand seit März 2011. Das für Neuseeland im Handel mit China wichtigste Michprodukt baute zudem seinen Preisvorsprung, bis vor kurzem noch teureren Magermilchpulver, weiter auf fast 15 % aus. Dabei verteuerte sich auch Magermilchpulver bei dieser Handelsrunde um knapp fünf Prozent auf 3.759 UDS/t.
Zweistellig steigende Preise gab es außer bei Vollmilchpulver außerdem noch bei Proteinkonzentrat (MPC70) sowie bei Buttermilchpulver. Zudem verteuerte sich Käse (Cheddar) um gut acht Prozent auf 3827 USD/t Butter um fast zehn Prozent auf 4.081 US-Dollar. Der Preisaufschlag für Milchfett (AMF) betrug 4,9 %. Die Handelsmenge ging (die 6 Auktion in Folge) nochmals sehr deutlich um 25 % zurück und fiel auf den niedrigsten Stand seit Juni 2011.
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