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Milch: Vom Landwirt oder aus dem Labor?

Milchkuh auf der Weide
am Montag, 02.08.2021 - 08:39 (1 Kommentar)

Milch aus dem Labor werden wir in Zukunft wahrscheinlich im Supermarktregal finden. Doch wo bleibt da der Landwirt? Ein Kommentar von agrarheute-Redakteurin Wiebke Herrmann

Milch aus dem ­Labor – solche Meldungen werden wir in Zukunft wahrscheinlich immer häufiger lesen. Forschung und Technik schreiten voran. Unternehmen weltweit treiben mit viel Risikokapital die Entwicklung. Das macht es möglich, ­tierische Proteine im Labor zu erzeugen.

Die amerikanische Denkfabrik Rethink X hatte letztes Jahr schon prognostiziert, dass die Zahl der Rinder in den USA bis 2030 um die Hälfte zurückgehen werde. Der Grund: Bis dahin werden die Kosten für Laborfleisch soweit gesunken sein, dass es günstiger angeboten werden kann als Fleisch von Tieren. 

Mehrwert der Landwirtschaft muss in der Gesellschaft ankommen

Ich frage mich: Ist das Fluch oder Segen? Für die verarbeitende Industrie kann es ein Segen sein. Sie kann Eiweiße zu Lebensmitteln verarbeiten, ohne dass Tiere dafür gehalten werden. Das schmeckt einigen Verbrauchern bestimmt.

Eines können die Proteine aus dem Labor  jedoch nicht: unsere Kulturlandschaft pflegen und erhalten. Das aber können wir Landwirte. Mit unseren Milchkühen erhalten wir Grünland-
flächen und Landschaften, die zum Teil einzigartig sind. Mit einem nachhaltigen Futterbau können wir sogar Lebensräume schaffen. Wir sind als Milchbauern eben nicht nur „Proteinlieferanten“.

Ich finde, wir müssen uns dafür einsetzen, dass dieser Mehrwert der Landwirtschaft in der Gesellschaft ankommt und verstanden wird. Dafür müssen wir bei uns selbst anfangen. Das heißt, sich mit seinen Kühen nicht nur als Milchbauer zu verstehen, sondern immer mehr als Ökosystemdienstleister.

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