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Milchproduktion

Milch: Preise in zwei Monaten um 20 Prozent gestiegen

© womue/fotolia
von , am
19.09.2012

An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) sind die Auktionspreise weiter gestiegen. Gestern kletterte der gewichtete Preisindex für die gehandelten Milchprodukte um weitere 2,4 Prozent nach oben.

Mit Demonstrationen wollen Milcherzeuger auf aktuelle politische Ereignisse reagieren. © ThinMan/Fotolia
Damit sind die Preise für die bei der globalen Auktion gehandelten Milchprodukte seit Mitte Juli um mehr als 20 Prozent (%) gestiegen und erreichten den höchsten Stand seit sieben Monaten. Allerdings hat sich Dynamik der Preiserholung gegenüber den letzten Auktionen abschwächt und zudem sind die Preise nicht mehr für alle gehandelten Milchprodukte gestiegen.
 
Insbesondere für Milchfett, aber auch für Protein gab es recht deutliche Abschläge. Insgesamt lag der Preisindex jetzt fast auf dem Niveau vom September letzten Jahres.

Weiterer Preisanstieg bei Milchpulver

Nochmals kräftig zugelegt haben die Preise für das Indexschwergewicht Magermilchpulver. Hier kletterten die Auktionspreise im Vergleich zur letzten Handelsrunde um 4,7 % auf 3.339 US-Dollar je Tonne (USD/t) und zogen den gesamten Index mit nach oben.
 
Hintergrund des anhaltenden Preisanstiegs ist offenbar die sehr robuste Nachfrage Chinas. Anders als bei Vollmilchpulver ist die chinesische Produktion vergleichsweise klein und der Bedarf steigt rasant.

China kauft mehr Magermilchpulver

Der Preisindex ist so hoch wie seit sieben Monaten nicht mehr.
Eingesetzt wird das Magermilchpulver in China unter anderem zur Herstellung von Babynahrung. Im ersten Halbjahr 2012 hat der chinesische Import von Magermilchpulver um 60 % zugenommen.
 
Um zwei Prozent auf 3.036 USD/ t verteuert hat sich auch Vollmichpulver. Hier stagnieren allerdings die chinesischen Einfuhren ebenso wie die Importe Algeriens oder sind sogar leicht rückläufig.
 
Gleichzeitig hat sich der Preisvorsprung von Magermilchpulver gegenüber Vollmilchpulver auf fast zehn Prozent ausgeweitet.

Auktionspreise für Milchfett schwächer

Um knapp zehn Prozent billiger als bei der letzten Auktion wurde mit 3.199 USD/t hingegen Milchfett (AMF) gehandelt. Allerdings war hier der Preisanstieg in den letzten beiden Monaten mit fast 30 % (knapp 800 USD) auch besonders kräftig.
 
Nachgegeben haben auf dieser Auktion auch die Proteinpreise (MPC70) um 3,4 % auf 5.953 USD/t und die Kurse für Buttermilchpulver um zwei Prozent auf 3.029 USD/t.
 
Dagegen setzten die Preise für Käse (Cheddar) ihren Anstieg mit einem Aufschlag um ein Prozent auf 3.589 USD/t ebenso fort wie die Preise für Kasein mit einem Plus von 4,2 %.

Steigende Preise an den Exporthäfen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die bei der aktuellen Auktion deutlich gewordene Schwäche bei den Milchfettepreisen hat sich an den Kassamärkten bislang nicht gezeigt. So verteuerte sich Butter an den Exporthäfen der Europäischen Union Mitte September sogar kräftig um fast zehn Prozent und die ozeanischen Exportpreise für Butter waren zu diesem Zeitpunkt zumindest stabil.
 
Angestiegen sind Mitte September sowohl in Europa als auch in Ozeanien die Exportpreise für Magermilch sowie für Vollmilchpulver. Dabei war der Preisanstieg bei Vollmilchpulver (vor allem in Europa) sogar noch etwas stärker als bei Magermilchpulver. Auch bei Käse, Butteröl und Molkepulver legten die Exportpreise zur Monatsmitte weiter zu.
 
 
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