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Milchproduktion

Milch: Überraschend kräftiger Rückgang der Exportpreise

© landpixel
von , am
02.07.2014

Die Preise an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte haben Anfang Juli deutlich nachgegeben. Ursache für den Preisrückgang ist der kräftige Anstieg der Handelsmenge auf um fast ein Drittel.

Derzeit wird Milch am globalen Markt preiswerter gehandelt. © Robert Schmetz/aboutpixel
Mitte Juni sah es nicht nur nach einer Preisstabilisierung, sondern sogar nach einer Erholung der Exportpreise aus. Doch die Milchpreise an der Global Dairy Trade haben Anfang Juli kräftig nachgegeben. Ob die Preiserholung nur kurzfristig unterbrochen wurde oder ob die Preise doch noch weiter nach unten rutschen, ist mit Blick auf die weitere internationale Angebots- und Nachfrageentwicklung noch nicht mit Sicherheit zu sagen. In Europa haben sich die Preise für Milchprodukte im Juni jedenfalls stabilisiert und an den Spotmärkte sind die Kurse im Juni sogar wieder kräftig steigen.

Handelsmenge nimmt kräftig zu

Ein wesentlicher Grund für den scharfen Preisrückgang an der internationalen Handelsbörse dürfte der kräftige Anstieg der Handelsmenge auf um fast ein Drittel gewesen sein. Allerdings war die Handelsmenge auch im letzten Jahr Anfang Juli kräftig gestiegen, während die Auktionspreise jedoch stabil blieben. In Ozeanien nimmt die Milchanlieferung ab Juli wieder kräftig zu erreicht jedoch erst im Oktober den saisonalen Höhepunkt, während die Anlieferungsmenge in Europa seit Mai wieder zurückgeht, jedoch weiterhin über dem Vorjahr liegt. So hat sich der Vorsprung der Anlieferung gegenüber dem Vorjahr beispielsweise in Deutschland im Verlauf des Juni von 2,4 erneut auf 4,7 Prozent erhöht. Gleichzeitig sind die Spotmarkpreise für Rohmilch in Deutschland jedoch weiter gestiegen.

Preise seit Februar um 29 Prozent gefallen

Am 01. Juni Juli gaben die Preise für die an der globalen Handelsbörse gehandelten Milchprodukte überraschend kräftig um 4,9 Prozent nach. Von dem Preisrückgang betroffen waren fast alle gehandelten Produkte. Gleichzeitig gaben die Preise erneut nach, nachdem es Mitte Juni das erste Mal seit Februar 2014 zu einer moderten Preiserholung gekommen war.
 
Insbesondere die Preise für Butter und Milchfett brachen Anfang Juli regelrecht ein. Auch für Vollmilchpulver, das im Handel mit China mi wichtigste Produkt, gaben die Preise kräftig nach. Käse und Magermilchpulver wurde ebenfalls zu nachgebenden Preisen gehandelt. Lediglich für Buttermilchpulver ging es etwas nach oben. Damit sind die Auktionspreise derzeit rund 29 Prozent niedriger als noch im Februar 2014 und liegen gleichzeitig etwa 23 Prozent unter den Preisen des Vorjahres.
 

Marktreport: Spotmarkt dreht im Juni komplett

 
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