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Aus der Wirtschaft

Die Milchauszahlungspreise sollen steigen

© Ursule/fotolia
von , am
18.10.2012

Ab November sollen die Auszahlungspreise steigen. Arla, Hochwald und Frischli bestätigten dies jüngst. Vertreter der deutschen wie französischen Milchbranche sprachen sich für mehr Wettbewerbsorientierung aus.

Die Aussichten, die Superabgabe durch den Einspruch wieder zu bekommen, sind ungewiss. © Mühlhausen/landpixel
Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Sommer- und Herbstgespräche mit den am deutschen und europäischen Markt tätigen Molkereien fortgesetzt. Wie bereits die Molkereikonzerne Hochwald und Frischli, sagte nun auch Arla Foods aus, den Milchauszahlungspreis im November und Dezember weiter anzuheben. Ab November soll es seitens der Konzerne bundesweit zu einem Anstieg des Auszahlungspreises kommen. Einige Molkereien haben bereits erhöht.
 
Auch die Kontraktpreise für Frischmilch zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel werden steigen, erklärte Dr. Hans-Jürgen Seufferlein vom bayerischen Milchbauernverband gegenüber agrarheute.com. Milchbauernpräsident Udo Folgart appellierte hierfür an den Deutschland-Chef von Arla bei den laufenden Frischmilchverhandlungen, angesichts der gestiegenen Verwertungserlöse, eine harte Führung gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel einzuhalten.

Mehr Wettbewerb, weniger staatliche Markteingriffe

Der Arla-Geschäftsführer Tim Ørting Jørgensen und Milchbauernpräsident Udo Folgert kamen im Gespräch in Berlin über ein, dass eine wettbewerbsorientierte Milchproduktion auf den landwirtschaftlichen Betrieben und eine gute Positionierung der Molkereiwirtschaft auf den deutschen, europäischen und weltweiten Märkten einen nachhaltigen Milchpreis sichern müssen. Staatlich vorgeschriebene oder allgemeinverbindliche Markteingriffe seien dagegen ein "Instrument aus der Mottenkiste" und für die deutsche Milchwirtschaft eher schädlich.

Frankreich und Deutschland einigen sich über Zukunft der Milchwirtschaft

Ebenfalls zur gemeinsamen Überzeugung, dass die weitere Wettbewerbsorientierung des europäischen Milchmarktes der richtige Weg für die Milchbauern in Europa sei, kamen der französischen Milchbauernverband Fédération Nationale des Producteurs de Lait (FNPL) und der Deutsche Bauernverband (DBV) in einem gemeinsamen Gespräch in Berlin. Die Wettbewerbsorientierung müsse aber auch weiterhin von Politikmaßnahmen flankiert werden, um unerwünschten Marktereignissen zu begegnen, bekräftigten der französische Milchbauernpräsident Thierry Roquefeuil und DBV-Milchpräsident Udo Folgart.
 
Sie kündigten an, eine gemeinsame Erklärung zur Zukunft der Milchwirtschaft in Frankreich und Deutschland zu verabschieden. Insbesondere müssten Mechanismen gefördert werden, mit denen die Milchbauern den starken Preisschwankungen der Märkte begegnen könnten.

Französische Molkereien geben keine Zusagen

Einig waren sich Roquefeuil und Folgart darin, dass die europäischen Milchbauern am global wachsenden Milchmarkt erfolgreich teilhaben müssen. Europa als weltweit größte Milcherzeugungsregion befinde sich hierbei auf einem guten und nachhaltigen Weg.
 
Unterschiede gäbe es in den Strukturen der Molkereien und deren Beziehungen zu den jeweiligen Milcherzeugern. Roquefeuil machte deutlich, dass anders als in Deutschland, viele französische Molkereien den Bauern bislang keine Zusage geben, über das Jahr 2015 hinaus die produzierte Milch vollständig abzunehmen und mit marktüblichen Preisen zu vergüten. Da müsse noch sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, so Roquefeuil.
 
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