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Milchproduktion

Milchbauern müssen auf Augenhöhe verhandeln

von , am
07.10.2010

Hamm - Die Milch-Studie des grünen Europaabgeordneten Martin Häusling unterstreiche die wesentlichen Forderungen der europäischen Milcherzeuger im European Milk Board (EMB), teilt das Milch Board mit.

Martin Häusling © Gruene

Insbesondere die Preisstabilität und die Stärkung der Erzeugerposition am Markt hat sich auch die MEG Milch Board auf die Fahnen geschrieben.

Vier Länder untersucht

In der Studie "Die Zukunft der Milchwirtschaft: Weniger ist mehr" ist die Ist-Situation im Milchsektor, die bisherige nationale Milchpolitik und die Preisstruktur für Rohmilch und verarbeitete Milchprodukte in der Europäischen Union (EU), der Schweiz, Kanada und den USA untersucht. Alle analysierten Staaten greifen auf verschiedene Formen von Marktsteuerungsmechanismen in der Milchwirtschaft zurück. Sie nehmen alle direkt Einfluss auf die Rohmilchpreisgestaltung. Es sei somit nicht die Frage, "ob" von staatlicher Seite aus interveniert werde, sondern nur "wie", so Häusling.

Probleme in der Schweiz

In den USA werden laut Studie rund 80 Prozent der gesamten Rohmilch von regionalen Mindestpreisprogrammen erfasst. Die EU kauft Milch auf, sobald ein bestimmtes Preisniveau unterschritten wird, um den Preis zu stützen. In der Schweiz legt die privatrechtliche Branchenorganisation Milch (BO Milch), die sich aus Vertretern des Handels, der Verarbeiter und der Erzeuger besteht, Rohmilchpreisempfehlungen fest. Allerdings sind dort Milcherzeuger unzufrieden, weil angelbich die Mengensteuerung nicht richtig funktioniere. In Kanada gibt es seit 1971 ein halbstaatliches kombiniertes Angebots- und Preissteuerungssystem.

Stabile Preise als Ziel

Der Vergleich zeige, so der Europaabgeordnete, welche Instrumente besonders geeignet seien, damit eine direkte Preisstützung wirklich bei den Milchviehhaltern ankomme:

1. Erzeuger müssen aktiv in die Preisfestlegung mit eingebunden werden und auf Augenhöhe mit den anderen Akteuren (Milchindustrie, Handel und Verbraucher) verhandeln können.

2. Wichtig für die Akzeptanz ist die Allgemeinverbindlichkeit und die Beachtung eines erzeugerübergreifenden Interessensausgleiches (zum Beispiel zwischen Erzeugern in Gunst- und benachteiligten Regionen).

3. Ziel einer solchen Maßnahme muss die Preisstabilität sein, so dass alle Akteure Planungssicherheit bekommen. (dlz agrarmagazin)

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