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Milchproduktion

Milchbauern müssen Mengen regeln

von , am
04.12.2010

Bern - Die Schweizer Milchindustrie erwartet von der Politik mehr Konstanz und von den Bauern Milch zu wettbewerbsfähigen Preisen. Der Wettbewerb sei in den letzten Jahren bedeutend härter geworden.

© Martin Barnack/Fotolia

So müsse die Politik den eingeschlagenen Weg der Liberalisierung konsequent weiter gehen. Im Parlament fahre sie derzeit ein Zickzack-Kurs, wie die fehlenden Mittel im Schoggigesetz und die Annahme der Motion Aebi beweisen.

Importe sind stark gestiegen

Der Präsident der Vereinigung der Schweizerischen Milchindustrie (VMI), Markus Willimann wies darauf hin, dass mit der schrittweisen Liberalisierung die Importe von Milchprodukten kontinuierlich angewachsen seien. So wurden 2005 rund 32.000 Tonnen Käse eingeführt, vier Jahre später waren es bereits 44.000 Tonnen. Auch bei den Joghurt und Milchdesserts sei der Import- und Preisdruck größer geworden. Rund 60 Prozent der Schweizer Milch genieße heute keinen oder kaum noch Grenzschutz. Chancen sehen die Milchverarbeiter im Export von qualitativ hochstehenden Milchprodukten.

Preisabstand zu Deutschland ist zu hoch

Allerdings brauche es dafür Milch zu wettbewerbsfähigen Preisen. Willimann sprach von einer Preisschere zwischen der EU und der Schweiz, die sich schließen müsse. Denn mit einer Preisdifferenz von rund 15 Cent/kg Milch gegenüber Deutschland habe die Schweizer Milchbranche einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil. Willimann sieht die Molkereien indes nicht in der Verantwortung, die Milchmengen zu regulieren. "Die zu große Milchmenge ist ein innerbäuerliches Problem", erklärte der Präsident. (lid/jo)

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