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Milchproduktion

Milchbörse: 20 Cent im Bereich West, 11 Cent im Bereich Ost

von , am
02.11.2009

Potsdam/München - Bei der aktuellen Milchbörse liegt der Handelspreis im Übertragungsbereich Ost ersten Angaben zufolge bei 11ct/kg, im Übertragungsbereich West steigt er auf 20 ct/kg.

© agrarfoto.com

Der Deutsche Bauernverband (DBV) ermittelte einen gewogenen Durchschnitts­preis für Deutschland von 18 Cent je Kilogramm. Im Vergleich zum letzten Handelstermin hat sich dieser um vier Cent erhöht. Trotz der leichten Preissteigerung ist es der zweitniedrigste Preis seit Einführung der Milchbörse im Jahr 2000. Für den Übertragungsbereich West wurde ein Handelspreis von 20 Cent je Kilogramm ermittelt. Im Vergleich zum Julitermin ist er um fünf Cent gestiegen. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost lag bei 11 Cent je Kilogramm und damit um drei Cent über dem letzten Handelstermin.

Quotenwanderung nach Nordrhein-Westfalen

In Deutschland wurde mit 246.637.354 Kilogramm die dritthöchste Menge seit Börseneinführung gehandelt. Die Gesamtnachfrage nach Milchquoten war mit 426.983.791 Kilogramm die vierthöchste seit Börseneinführung. Ebenso lag sie deutlich höher als das Gesamtangebot von 263.367.439 Kilogramm.

Lediglich in den Ländern Brandenburg und Sachen-Anhalt konnte ein leichter Angebotsüberhang festgestellt werden. Die Auswertung der Milchquotenzugänge und -abgänge der einzelnen Übertragungsstellen des Übertragungsbereiches West zeigte eine deutliche Quotenwanderung in Richtung Nordrhein-Westfalen (zirka 13,7 Millionen Kilogramm) und Niedersachsen (zirka 4,4 Millionen Kilogramm). Bayern verliert 7,4 Millionen Kilogramm.

Anbieter gehen mit Forderungen noch einmal zurück

Wie der Leiter der Milchquotenübertragungsstelle Bayern, Josef Dick, in einer ersten Analyse schreibt, stieg der Preis für Milchquoten wie fast immer beim dritten und letzten Börsentermin eines Jahres an. Da half es auch nichts, dass die Anbieter mit ihren Preisforderungen gegenüber dem Vortermin noch einmal um durchschnittlich 1,7 Ct/kg zurückgingen, so Dick. Ursache für diesen Preisanstieg sei eine sehr rege Nachfrage.

61 Prozent der Nachfrager kommen im Bereich West zum Zug

Zwar liegt auch die Angebotsmenge in Westdeutschland von 205 Millionen kg deutlich über dem Vorjahreswert, die aktuelle Nachfragemenge von 355 Millionen kg ist dennoch bei weitem größer. Hatten in Bayern bei den Übertragungsterminen 01. April und 01. Juli nur insgesamt 3.608 beziehungsweise 3.313 Anbieter und Nachfrager am Übertragungsverfahren teilgenommen, so konnten nunmehr wieder 5.617 Antragsteller verzeichnet werden. Während unter den Anbietern nahezu jeder erfolgreich ist, kommen bei den Nachfragern nur 61 Prozent und in Bayern sogar nur 55 Prozent zum Zuge.

Gut 43 Millionen Kilogramm gehandelte Menge im Bereich Ost

Im Übertragungsbereich Ost wurde ein Gleichgewichtspreis von 11 Cent je Kilogramm ermittelt. Die gehandelte Menge lag bei 43.304.622 Kilogramm. Von den 224 Nachfragern, die eine Menge von knapp 72 Millionen Kilogramm nachfragten, waren nur 120 erfolgreich. Hingegen brachten 116 der 124 Anbieter ihre Menge an den Mann. Mecklenburg-Vorpommern konnte insgesamt rund 17,1 Millionen Kilogramm hinzugewinnen.

Sehen Sie hier alle Zahlen zum 29. Übertragungsstellentermin: 

DBV: Politische Verunsicherung lässt Quotenpreise steigen

Die steigenden Milchquotenpreise führt der Deutsche Bauernverband auf die hohe Verunsicherung der Milcherzeuger vor Abgabe der Anträge zurück. Die ausgelöste Diskussion um einseitig nationale Änderungen der Milchquotenregelung (Änderung der Saldierung, Quotenzuteilung) dürfte zu den gestiegenen Quotenpreisen beigetragen haben. Dabei seien die Richtungsentscheidungen zum Ausstieg aus der Milchquotenregelung schon längst gefallen. Auch habe die nationale Politik erst nach Abgabefrist der Börsenanträge zu einem klaren Kurs in der Milchpolitik gefunden.

Ergebnisse ab heute abrufbar

Die Ergebnisse der Übertragungsstelle West können an der Milchquotenübertragungsstelle Bayern bis einschließlich Montag, 10. November abgerufen werden:

  • per Telefonansagedienst unter den Nummern 089/17800-492 oder –493
  • per Faxabruf unter der Nummer 089/17800-253
  • im Internet unter der Adresse www.lfl.bayern.de (ohne zeitliche Begrenzung)

Der Versand der Bescheide an die Börsenteilnehmer erfolgt in der 45. und 46. Kalenderwoche. (pd)

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