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Milchproduktion

Milchbörse reagiert auf Chinas Importstopp

© landpixel
von , am
07.08.2013

Die Preise an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (Global Dairy Trade) haben Anfang August zum ersten Mal seit zwei Monaten nachgegeben. Allerdings betrug der Abschlag lediglich 2,4 Prozent.

Zwar sind nicht viele neue Molkereien in den Top 20 vertreten, trotdem hat sich in dem Ranking einiges getan. © Mühlhausen/landpixel
Ursache sind offensichtlich die aktuellen Probleme der Neuseeländer beim Export von Milchprodukten als Folge der Verunreinigung von Milchpulver mit krankheitsauslauslösenden Bakterien (Botulismus).
 
Vor allem der chinesische Importstopp für Milchpulver aus Neuseeland könnte den Markt und die Handelsströme noch erheblich beeinflussen.

Sehr hoher Umsatz, kurzfristiger Preisdruck

Bei der aktuellen Auktion verlagerte sich die Nachfrage der Einkäufer bereits stärker auf die ebenfalls an der Auktion teilnehmenden Anbieter aus den USA, aus Europa und Indien. Gleichzeitig schnellte der mengenmäßige Umsatz der bei dieser Auktion insgesamt gehandelten Milchprodukte auf den höchsten Stand seit etwa drei Jahren nach oben.
Von den den gehandelten Produkten verzeichneten Milchfett (AMF) und Butter mit -4,9 Prozent (%) und -5,5 % den stärksten Preisabschlag. Auch die Preise für Käse gingen bei dieser Handelsrunde um 4,4 % zurück. Für das wichtigste neuseeländische Exportprodukt nach China, nämlich Vollmilchpulver, gaben die Preise um -1,6 % nach. Für Magermilchpulver rutschten die Notierungen ebenfalls um -3 % nach unten. 

Milchpreise sollten weiter steigen

Eigentlich startet der neuseeländische Milchmarkt jetzt in die neue Saison und die Aussichten auf hervorragende Absatzmöglichkeiten nach China hatten zu steigenden Milchpreisen beim weltweit größten Milchexporteur geführt.
 
Ende Juli hatte der neuseeländische Milchkonzern Fonterra seinen Lieferanten noch höhere Auszahlungspreise in Aussicht gestellt. Dabei waren die Bedingungen für den Start in die neue Saison sehr gut nachdem das letzte Jahr mit Trockenheit und einem Produktionseinbruch zu Ende gegangen war.

Hohe Exportpreise für die Europäer

Die Exportpreise der Europäer hatten wegen der engen internationalen Versorgung und der robusten chinesischen Nachfrage zum Monatswechsel sogar noch einmal zulegt. Insbesondere für Vollmilchpulver, aber auch für Magermilchpulver und Butter bekamen die europäischen Exporteure mehr Geld.
 
Aber nicht nur die starke Nachfrage hat die Produkte am Weltmarkt verteuert sondern auch der feste Euro macht die europäischen Exporte zuletzt teurer. Im Vergleich zur den Neuseeländern waren die europäischen Preise für Voll- und Magermilchpulver Anfang August etwas niedriger, während europäische Butter deutlich teuer war als neuseeländische Ware.
 
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