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Milchwirtschaft

Milchdefizit: DMK plant die Schließung von 4 Standorten

Milch wird von DMK-Milchauto abgeholt
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Katharina Krenn, agrarheute
am
28.06.2017

Als Reaktion auf zahlreiche Kündigungen und einer daraus resultierenden verringerten Milchmengen plant die Molkerei DMK die Schließung von vier Werken.

Die DMK Group will die Werke in Rimbeck (Nordrhein-Westfalen) und Bad Bibra (Sachsen-Anhalt) nicht mehr weiterzuführen. Grund hierfür seien die Kündigungen von bis zu 1,7 Milliarden Kilogramm Milch in den kommenden beiden Jahren, erklärt die DMK. Auch am Standort Nordhackstedt in Schleswig-Holstein soll die Konfektionierung/Käseaufschnitt eingestellt werden. Die Schließungen würden frühestens im ersten Quartal 2018, in Nordhackstedt frühestens Mitte 2018 erfolgen.

Zu hohe Produktionskosten auf Rügen

Von den Maßnahmen betroffen sein werde voraussichtlich auch das Werk in Bergen auf Rügen. Auslöser hier seien die zu hohen Produktionskosten des „Rügener Badejunge“, einer ostdeutschen Weichkäse-Sorte. Das jährliche Defizit für die DMK betrug zuletzt rund zwei Millionen Euro.

Das Ergebnis einer umfassenden Analyse zeige, so die Molkerei, dass selbst hohe Investitionen in eine Modernisierung des Werkes nicht zu wettbewerbsfähigen Produktionskosten führen würden. Zum anderen seien deutliche Preissteigerungen zur Deckung der Produktionskosten im Markt nicht umsetzbar.

So geht es weiter

Der finale Beschluss über die Umsetzung der Planungen bedarf jedoch noch der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Den 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den genannten Standorten sichert DMK bei den nun anlaufenden Gesprächen umfassende Unterstützung zu. Die Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter bleiben gewahrt.

Mit Material von DMK
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