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Milchproduktion

Milcherzeuger halten Quotenlimit offenbar ein

von , am
04.02.2011

Berlin - Auf der Zielgeraden der Milchquoten-Regelung scheuen Deutschlands Milchviehhalter offensichtlich die Superabgabe.

Die Großhandelspreise für Milchprodukte sind im September weiter gefallen. © Mühlhausen/landpixel
Hochrechnungen der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) und der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) lassen für das laufende Quotenjahr (1.4. bis 31.3.) eine fast zielgenaue Erfüllung der Quotenvorgaben erwarten. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) teilt dazu mit, dass bis Ende Dezember die nationale Quote anteilig zu 99,7 Prozent ausgeschöpft wurde. Nachdem im Herbst die Anlieferungsmengen gestiegen waren, erhöhten sich diese im November nicht weiter.
Hochrechnungen gehen daher aktuell nicht mehr von einer Überlieferung aus, der Spielraum für die Milcherzeuger ist allerdings äußerst gering. Unter Berücksichtigung der so genannten Fettkorrektur wurde bis Ende Dezember 21,87 Millionen Tonnen an die Verarbeitungsunternehmen geliefert, das waren 2,5 Prozent mehr Milch als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Milch trifft aufnahmefähigen Markt

Die höhere Milcherzeugung trifft auf einen aufnahmefähigen Markt, der insbesondere vom Exportgeschäft profitiert. Allein die Nordmilch hat 2010 knapp 184.000 Tonnen Rohmilch für den russischen Markt verarbeitet, allem voran zu Käse. Jeder vierte Käse deutscher Herkunft, den die Russen im vergangenen Jahr verzehrten, trägt das Etikett Oldenburger. Die Nordmilch hat für ihre Milcherzeuger im russischen Markt im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 62 Millionen Euro erwirtschaftet.
Auch Milchpulver wird zurzeit deutlich stärker nachgefragt, als auf der Angebotsseite hergestellt werden kann. Für das erste Quartal 2011 ist die Produktion weitgehend ausverkauft. Hier wirkt sich der Nachfragesog der Futtermittelindustrie aus, sehr zur Freude der EU-Kommission. Sie kann ihre vor einem Jahr in der Schlussphase der Milchkrise eingelagerten Milchpulverbestände zu guten Preisen vermarkten. Der Eingriff in den Markt stellt sich in der Nachschau also durchaus nicht mehr als Subvention dar, sondern bringt sogar Geld in die EU-Kasse. (LPD)
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