Login
Milchproduktion

Milcherzeuger kritisieren Agrarministerkonferenz

von , am
02.10.2012

Schöntal - Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) zeigt sich von der Agrarministerkonferenz enttäuscht und fordert marktwirtschaftliche Schritte zur Marktstabilisierung.

Für deutsche Milcherzeuger wird es keine Stundung der Superabgabe geben.
Der BDM zeigte sich mit dem Ergebnis der Agrarministerkonferenz unzufrieden und protestierte am Freitag vor dem Tagungsort in Schöntal . "Es ist unverständlich, dass man sich auf reines Krisenmanagement beschränkt statt sich um Maßnahmen zu bemühen, die Krisen überhaupt verhindern. In der arbeits- und kapitalintensiven Milcherzeugung wird die Zunahme der Krisenhäufigkeit in schneller Folge viele zur Aufgabe ihrer Betriebe zwingen", bewertet BDM-Vorsitzender Romuald Schaber den Ausgang der Agrarministerkonferenz.

Doppelmitgliedschaft weiter möglich

Als Erfolg wertet der BDM, dass diese Doppelmitgliedschaft laut Beschluss der Agrarminister weiter möglich sein soll und die Obergrenzen der Bündelung unter Berücksichtigung der jeweils vorhandenen Marktstrukturen entschieden werden sollen. Positiv sei außerdem zu bewerten, dass die Länderminister aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Saarland in einer Protokollerklärung fordern, das Kriseninstrument "Lieferverzicht gegen Entschädigung" näher zu prüfen. Nicht tragbar sei hingegen die Haltung der konservativ regierten Länder, die sich weitergehenden marktwirtschaftlichen Schritten zur Stabilisierung des Milchmarktes verschließen.

"BDM-Milchbauern-Manifest"

In ihrem "Milchbauern-Manifest" hatten die BDM-Milcherzeuger die Minister aufgefordert, umgehend wichtige Signale für eine weitergehende Stabilisierung der Milchmarktsituation zu setzen. So wurde gefordert, die im EU-Milchpaket vorgesehene Monitoringstelle strukturell und inhaltlich im Sinne einer bedarfsorientierten Mengenanpassung und Vollkostenorientierung weiterzuentwickeln und den von der EU-Kommission ins Gespräch gebrachten Vorschlag eines freiwilligen Lieferverzichts gegen Entschädigung weiter zu verfolgen. Außerdem sollte die noch anstehende Quotenerhöhung von 1 Prozent in der nationalen Reserve belassen werden, wenn der Markt dies dann erfordert, und die Voraussetzungen für die Einschränkung der Saldierung von Über- und Unterlieferung geschaffen werden.
 
Auch interessant