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Tiergesundheit

Milchfieber: So können Sie vorbeugen

Kuh mit Kalb auf Stroh
am Mittwoch, 06.01.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Milchfieber ist eine der häufigsten Krankheiten in Milchviehbetrieben. Welche Möglichkeiten es zur Behandlung gibt und was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie hier.

Kalte Ohren, eine erhöhte Atemfrequenz und Festliegen. Das sind typische Symptome beim Auftreten der Hypokalzämie, auch Milchfieber genannt. Häufig schaffen es die Kühe nach der Geburt nicht rechtzeitig, Calcium aus Knochen und Darm zu mobilisieren.

Eine akute oder subakute Form des Milchfiebers sind oft die Folge. Bei ungefähr acht bis zehn Prozent aller Kalbungen tritt es akut, bei etwa 30 Prozent der Tiere subakut auf. Die Hypokalzämie stellt für Betriebe daher oft auch ein wirtschaftliches Problem dar. Um Sie bei der Suche nach einer geeigneten Methode zu unterstützen, zeigen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten auf.

Milchfieber: Saure Salze und der DCAB-Wert

Kuh frisst

Saure Salze haben in der Ration von Trockenstehern zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie bewirken ein Absenken der Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB-Wert) und führen damit zu einer metabolischen Azidose. Durch diese künstlich herbeigeführte Azidose und dem damit steigenden Calciumbedarf im Körper, lernt der Körper der Kuh Calcium aus Knochen und Darm eigenständig zu mobilisieren.

Saure Salze werden ab zwei bis drei Wochen vor der Geburt in der Ration ergänzt und die Menge je nach Art des Salzes individuell angepasst. Problematisch hierbei ist der unangenehme Geschmack und eine damit verbundene reduzierte Futteraufnahme. Der Landwirt muss also neben dem regelmäßigen Kontrollieren der Netto-Säure-Basen-Ausscheidung über den Urin auch die Futteraufnahme permanent im Blick haben.

Injektion von Vitamin D3 bei Milchfieber

Die Gabe von Vitamin D3 erhöht, wie das Absenken des pH-Werts im Blut, eine Aufnahme von Calcium aus Darm und Knochen. Vitamin D spielt eine zentrale Rolle im Calcium- und Phosphorstoffwechsel und aktiviert zudem den Mineralstoffwechsel. Wichtig bei dieser Methode ist, dass der Kalbetermin genau bekannt sein muss, um die Injektion mit 10 ml Vitamin D3 ungefähr sieben bis zehn Tage vor dem Kalben durchzuführen.

Geschieht dies nicht, wird die körpereigene Vitamin D Produktion gesenkt und die Calciumregulation gestört. Subklinisches Milchfieber wird so begünstigt.

Zeolith A und geschütztes Phytat binden Calcium

Trockensteherrationen liegen durch die hohen Calciumgehalte im Grundfutter häufig über dem empfohlenen Wert von 20 bis 25 g pro Tag. Zeolith A und geschütztes Phytat gehören zu den sogenannten Calciumbindern. Sie reduzieren die Calcium-Verdaulichkeit und senken so den Gehalt in der Ration.

Da Zeolith A die Phosphor-Verdaulichkeit verringert und für die Kühe nicht sehr schmackhaft ist, ist es allerdings schwer die Fütterungsempfehlung genau umzusetzen. Die genaue Absprache mit einem Fütterungsberater ist daher wie beim Einsatz von sauren Salzen obligatorisch.

Gängigste Methode der Milchfieberprophylaxe

Landwirt verabreicht einer Kuh oral Bolus

Die wohl gängigste und einfachste Methode, um einer Hypokalzämie vorzubeugen, ist die orale Eingabe von Bolus, Gels oder Kartuschen. Sie enthalten schnell verfügbares Calcium und der Landwirt kann sie mit etwas Übung selbst verabreichen.

Je nach Präparat kommen zwei bis acht Dosen im Abstand von 24 Stunden vor und 24 Stunden nach dem Kalben zum Einsatz. Einziger Nachteil hierbei ist, dass der Calciumspiegel relativ schnell wieder abfällt und die Eingabe daher in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss.

Calcium: In die Vene oder unter die Haut

Die subkutane oder intravenöse Eingabe von Calcium sollte man nur zur Nachbehandlung und nicht prophylaktisch einsetzen. Bei leichten klinischen Anzeichen ist es hilfreich nach dem Kalben oder unmittelbar davor ein Depot unter die Haut zu spritzen. Dies bewirkt einen schnellen Anstieg der Ca- Konzentration im Blut. Bei der akuten Form des Milchfiebers hilft meist nur noch eine intravenöse Injektion von Calcium in Form einer Infusionslösung.

Diese Form der Behandlung muss mit dem Tierarzt abgesprochen werden, da ein unsachgemäßes Anwenden zu Herzversagen führen kann. Je nach Dosierung des Calciums bietet sich eine Infusionsmenge von 0,5 bis 1 l an.

Welche Methode zur Milchfieberbehandlung nutzen Sie auf Ihrem Betrieb?

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