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Milchproduktion

Milchgeld/EU: Molkereien zahlten im Juli 2014 weniger

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von , am
16.09.2014

Bonn - Die Milcherzeuger in der EU haben im Juli 2014 erstmals seit 20 Jahren vergeblich auf den saisonalen Anstieg des Milchgeldes gewartet. Die Molkereien in der EU zahlten im Juli 2014 weniger Milchgeld.

Den deutschen Milcherzeuger droht im letzten Jahr der Milchquote 2014/14 eine Superabgabe in Rekordhöhe. © Mühlhausen/landpixel
Für Milcherzeuger ist ein Cent mehr oder weniger pro Kilgramm Milch nicht unbedeutend. Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten hat es in der EU keinen saisonalen Anstieg des Milchgeldes im Juli gegeben. Die Erzeugerpreise bröckeln. Dies zeigen zumindest nach Informationen von Agra-Europe Daten des internationalen Milchpreisvergleiches des Niederländischen Bauernverbandes (LTO).
 
Der LTO habe 16 größere Molkereien in Nord- und Mitteleuropa verglichen. Lediglich vier hätten das Milchgeld auf der Basis von Standardmilch mit 4,2 Prozent (%) Fett und 3,4 % Eiweiß gegenüber Juni 2014 aufgestockt. In acht Unternehmen wurde es gekürzt. Bezogen auf alle Unternehmen sank der durchschnittliche Milcherzeugerpreis im Juli 2014 im Vergleich zum Vormonat um 0,34 Cent je Kilogramm (ct/kg) auf 38,65 Cent/kg.

Mehr Milchgeld nur für französische Landwirte

Zu den wenigen Erzeugern mit höherem Milchgeld - zwischen 1,1 ct/kg und 1,5 ct/kg - gehörten im Juli 2014 laut LTO vor allem die Lieferanten der französischen Molkereikonzerne:
  • Bongrain (41,31 Euro gegenüber 40,20 Euro im Juni)
  • Danone (39,60 Euro gegenüber 38,43 Euro im Juni)
  • Sodiaal (38,72 Euro gegenüber 37,26 Euro im Juni).
Bei der britischen Dairy Crest sorgte neben Währungseffekten der Wegfall des Saisonabschlags sogar für einen Milchpreisanstieg um drei Cent je Kilogramm auf 41,42 ct/kg. Allerdings hat das Unternehmen für September und Oktober bereits wieder Abzüge von insgesamt 3,6 ct/kg angekündigt und dies mit den fallenden Preisen am globalen Milchmarkt begründet.
 
Noch stärker möchte anscheinend die britische First Milk auf die Bremse drücken; das Unternehmen plant der LTO zufolge, bis Ende Oktober das Milchgeld um insgesamt sechs Cent je Kilogramm nur noch 32,25 ct/kg zu kürzen.
 
Nach unten ging es ebenfalls mit den Auszahlungsleistungen im Juli zwischen 1,5 ct/kg und 2,5 ct/kg bei:
  • Arla (38,39 Euro gegenüber 39,84 Euro im Juni)
  • First Milk (38,25 Euro gegenüber 39,79 Euro im Juni)
  • dem Deutschen Milchkontor (37,07 Euro gegenüber 39,05 Euro im Juni)
  • Glanbia (34,97 Euro gegenüber 36,96 Euro im Juni)
  • Kerry (34,92 Euro gegenüber 36,84 Euro im Juni)
  • Friesland Campina (38,42 Euro gegenüber 40,77 Euro im Juni).
Teilweise wurden von diesen Molkereien für September weitere Milchgeldkürzungen angekündigt. Dies dürfte dann vielfach die Milcherzeugerpreise unter das Vorjahresniveau drücken, was laut LTO im Juli bereits bei den Molkereien Milcobel, Alois Müller, Glanbia, Kerry, DOC Kaas und beim Garantiepreis der Friesland Campina der Fall war.  

Marktreport: Milchmarkt unter Druck (11. Sept.)

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