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Aus der Wirtschaft

Milchindustrie bleibt optimistisch für 2014

© Beuermann/landpixel
von , am
31.01.2014

Der Milchindustrie-Verband blickt positiv auf die kommenden Monate. So sollen die im letzten Jahr erzielten Erlöse vor allem durch die guten Exportaussichten tendenziell erhalten bleiben.

Zeitumstellung: Die Kühe geben weniger Milch. © Mühlhausen/landpixel
"Die deutschen Milcherzeuger haben ihre Anlieferungen im Jahr 2013 mit rund 30,3 Mio. t erneut ausgedehnt und damit ein Rekordergebnis erzielt. Gleichzeitig sind die Erzeugerpreise und die Erlöse für Molkereiprodukte teilweise deutlich gestiegen. Treiber für den Preisanstieg waren gute Exportmöglichkeiten auf dem Weltmarkt, dort konnten zum Teil wesentlich bessere Verwertungen erzielt werden", berichtete Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des deutschen Milchindustrie-Verbandes (MIV), in Berlin. Für das Jahr 2014 gebe es vorerst positive Aussichten, so Engel.
"Die gute Exportsituation lässt sich auf eine stark wachsende Nachfrage aus Asien und auf witterungsbedingte Angebotsausfälle wie etwa in Neuseeland zurückführen. Für die deutsche Milchwirtschaft war 2013 vor allem die Ausfuhr von Käse eine tragende Säule des Auslandsgeschäfts und dürfte wieder eine neue Rekordmarke erreicht haben. Die Ausfälle beim Export nach Russland wegen veterinärrechtlicher Schwierigkeiten konnten durch höhere Lieferungen in andere Länder kompensiert werden", berichtete der MIV-Chef.

Erzeugerpreis auf Rekordhöhe

Seit 2006 ist eine kontinuierliche Zunahme der Milchanlieferungen in Deutschland zu beobachten. Das Wachstum im Jahr 2013 betrug 2,1 % und war zeitlich in der zweiten Jahreshälfte und regional im Norden der Bundesrepublik konzentriert. Die Milcherzeuger bereiten sich schon auf den Ausstieg aus der Quote zum 31. März 2015 vor und werden ihre Referenzmengen in diesem Jahr voraussichtlich noch einmal überliefern. Dazu dürften auch die steigenden Erzeugerpreise beigetragen haben. Sie lagen 2013 im Schnitt bei 37,50 Cent/kg Milch netto (4 % Fett, 3,4 % Eiweiß) und erreichten damit einen neuen Rekordwert.
"Durch die gleichzeitig sinkenden Kosten bei der Produktion hat sich die wirtschaftliche Lage für die deutschen Milcherzeuger deutlich verbessert. Mehr Geld bleibt auf den Höfen und das ist nach den schwierigen Jahren davor auch gut so", unterstrich Engel. Die höheren Erzeugerpreise seien deshalb möglich gewesen, weil die Molkereien am Markt bessere Erlöse für Milchprodukte erwirtschafteten. "Vorreiter der Entwicklung waren die Standardprodukte Milchpulver und Butter. So notierte abgepackte Butter im Jahresdurchschnitt um 25 % höher als im Vorjahr. Bei Magermilchpulver belief sich der Anstieg sogar auf fast 30 %, wogegen bei der Käseverwertung nur eine Steigerung um 15 % möglich war. Auch die Preise für Trinkmilch und weitere Basisprodukte des weißen Sortiments wurden im Laufe des Jahres 2013 in zwei Schritten erhöht", berichtete der Vorsitzende des MIV.

Positive Aussichten für 2014

"Auch für 2014 sind die Aussichten auf dem Milchmarkt zunächst günstig", so Engel weiter. Für die ersten Monate habe man bereits eine Vielzahl von Kontrakten zu stabilen Preisen geschlossen, die vorerst eine zufriedenstellende Erlössituation erwarten ließen. Dies werde die Milcherzeugung aller Voraussicht nach weiter stimulieren. "Es steigen aber auch die Anforderungen an die Molkereien in den Bereichen Qualität und Nachhaltigkeit sowie die Vorgaben vonseiten des Lebensmitteleinzelhandels. Leider verursacht dies höhere Kosten, die die Wertschöpfungskette belasten können", erklärte Engel. 

Marktreport: Ausblick auf den Milchmarkt 2014 (01. Jan)

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