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Unternehmensführung

Milchkrise: Betriebsvergleich deckt Reserven auf

am Mittwoch, 08.06.2016 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Betriebszweigvergleiche helfen, die eigene Position zu bestimmen. Denn nicht nur der Milchpreis allein entscheidet darüber, ob ein Betrieb erfolgreich ist.

Betriebsvergleiche gehören zu einem wirksamen Controlling. Differenzen der eigenen Daten zu den Besten der Branche zeigen, wo die betrieblichen Reserven liegen. Vor allem bei den Kosten für Futter, Personal und am Tier gibt es oft Aufholbedarf.

Die Landwirtschaftliche Beratung der Agrarverbände Brandenburg GmbH (LAB) unterzieht beispielsweise jährlich 15 Milchviehbetriebe einem Betriebszweigvergleich nach DLG-System. Die LAB empfiehlt Betrieben bei der Planung von Investionen und anderen strategischen Entscheidungen allerdings, nicht die jährlichen Ergebnisse des eigenen Unternehmens als Entscheidungsgrundlage heranzuziehen, sondern den Saldo aus fünf Jahren zu bilden.

In der Folge wird auf die Unterschiede zwischen den besten Betrieben und dem Rest in den Jahren 2005 bis 2010 sowie 2011 - 2015 eingegangen. Den gesamten Bericht finden Sie im agrarmanager (Ausgabe 06/2016).

Betriebsvergleich: Hier liegen die Differenzen

Gruppiert man die Betriebe in die erfolgreichsten und die am wenigsten erfolgreichen 25 %, zeigt sich, dass mit der Milch in den betreffenden Zeiträumen durchaus viel Geld verdient werden konnte - nur eben nicht im Durchschnitt aller Betriebe. Folgendes lässt sich aus den Daten außerdem schlussfolgern:

  • Zwischenbetriebliche Differenzen werden vor allem in den Positionen Zuchtvieherlöse, Milcherlöse, Gemeinkosten und Lohnkosten sichtbar.
  • Die besten 25 % der Betriebe wiesen sowohl 2005 bis 2010 als auch 2011 bis 2015 eine hohe positive Umsatzrendite (mit Prämie) von fast 12 bzw. 9,0 % auf bei einem Saldo aus Kosten und Erlösen (mit Prämie) von 5 bzw. 4 ct/kg Milch. Dabei handelte es sich allerdings nicht ausschließlich um dieselben Betriebe. Das kalkulatorische Ergebnis blieb bei 2 bis 3 ct/kg Milch.
  • Das untere Viertel der Betriebe hatte in beiden Perioden ein negatives kalkulatorisches Ergebnis von - 1,04 bzw. - 6,55 ct/kg Milch. In der Periode 2005 bis 2010 konnten diese Betriebe noch einen positiven Saldo aus Kosten und Erlösen (mit Prämie) von 1,5 ct/kg Milch aufweisen, der in der Folgeperiode auf - 4,2 ct abschmolz.

Differenzen auch in den einzelnen Kostenpositionen

Bemerkenswert sind nicht nur die hohen Schwankungen der Milcherlöse zwischen den Jahren, sondern auch die Differenzen in den einzelnen Kostenpositionen zwischen den Betrieben:

  • So bewegten sich die Futterkosten zwischen 13 und 23 ct/kg Milch, die Lohnkosten zwischen 5,5 und 10,5 ct/kg Milch und die Summe der Direktkosten zwischen 19,5 und 32,0 ct/kg Milch, wobei die Spannbreite im Zeitraum 2011 bis 2015 deutlich größer war als in der Vorperiode.
  • Das obere Viertel der Betriebe hat sein gutes Ergebnis in beiden Perioden nahezu halten können. Beim unteren Viertel fand dagegen mit dem steigenden Milchpreis eine Kostenexplosion statt, die zu einem stark negativen Ergebnis führte. Der Cashflow lag im negativen Bereich, womit jegliche investive Tätigkeit als Sanierungsfaktor ausschied.
  • Beim erfolgreichen Viertel dagegen war ausreichend Cashflow vorhanden, der sogar große Investitionen - beispielsweise in einen Kuhstall-Neubau, der etwa 4 bis 4,5 ct/kg Milch binden würde - erlaubte.

Hier liegen Reserven

In der Analyse wurde auch deutlich, wie hoch die Reserven in vielen Betrieben schon in der Periode 2005 bis 2010 lagen:

  • Differenzen von über 3 ct/kg Milch bei den Personalkosten sprechen für sich, ebenso wie fast 6 ct/kg Milch bei den Futterkosten, wobei hier in allen Betrieben die tatsächlichen Erzeugungskosten auf dem Acker bzw. auf dem Grünland ermittelt wurden.
  • Standort, Erfolg des Futteranbaumanagements und Witterung beeinflussen die Grundfutterkosten erheblich.
  • Unter den Direktkosten mit Gesamtdifferenzen zwischen dem besten und dem schlechtesten Betrieb von knapp 5 ct/kg Milch treten als Einzelfaktoren außerdem vor allem der Tierzukauf mit über 2 ct/kg Differenz und die Position Tierarzt/Besamung mit immerhin 1 ct/kg hervor.

In der Folgeperiode (2011 bis 2015) verstärkten sich die Unterschiede zwischen dem besten und dem schlechtesten Betrieb deutlich.

Differenz der besten Betriebe ist Potenzial der schlechteren Betriebe

Jede Differenz zum besten Betrieb oder zu den oberen 25 Prozent stellt dabei gleichzeitg die potenzielle Reserve der schlechteren Betriebe dar. Fasst man diese großen Reserven zusammen, so sind drei Kostenblöcke zu benennen:

  • Futter,
  • Arbeit und
  • Kosten am Tier (Tiergesundheit, Besamung, Reproduktion/Tierzukauf).

Jede Differenzvermeidung in auch nur einem dieser drei Blöcke würde die Milchproduktion in vielen Betrieben wirtschaftlich gestalten. Den gesamten Bericht finden Sie im agrarmanager (Ausgabe 06/2016).

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