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Lösungsansätze

Milchkrise: Darauf einigen sich Bauernverband und Molkereien

DBV/Hermann Krauß/agrarheute
am
09.06.2016

Vorstände und Aufsichtsräte genossenschaftlicher Molkereien und die Präsidenten der Landesbauernverbände diskutierten in Berlin über Lösungen zur Milchpreiskrise. Das kam heraus.

DBV-Präsident Hermann Rukwied

Auf Einladung von DBV-Präsident Joachim Rukwied, fand am Mittwoch ein Spitzengespräch mit den Vorständen und Aufsichtsräten genossenschaftlicher Molkereien und den Präsidenten der Landesbauernverbände in Berlin statt. Es ging um eine gemeinsame Linie in der Bekämpfung der Milchpreiskrise. Im Einzelnen verständigte man sich auf folgende Maßnahmen:

1. Die bereits beim Agrarministerrat und beim Milchgipfel des Bundeslandwirtschaftsministers vorgeschlagene Branchenorganisation muss dafür genutzt werden, die Position der Milchwirtschaft zu verbessern. Hierzu gehören insbesondere

  • die Absatzförderung und
  • eine verstärkte Forschung und Entwicklung.

Die bereitstehenden europäischen Mittel werden derzeit aus Deutschland laut DBV nur in geringem Umfang abgerufen.

Längerfristiges Absichern von Erzeugerpreisen

2. Es bestand Einigkeit zwischen Bauernverband und Molkereien, dass seit dem Auslaufen der EU-Quotenregelung die Verantwortung für die Produktionsmengen, das Management der Milchvermarktung sowie den Umgang mit zunehmenden Preisschwankungen allein in den Händen der Marktakteure liegt. Maßgeblich seien die überwiegend genossenschaftlichen Molkereien und ihre Milcherzeuger.

Der Deutsche Bauernverband unterstrich seine Erwartung, dass differenzierte Auszahlungspreise etwa durch Festpreisvereinbarungen oder eine verwertungsbezogene Preisstaffelung "zielorientiert" diskutiert werden müssten.

Die Teilnehmer des Gespräches versprechen sich, dass durch das längerfristige Absichern von Erzeugerpreisen zwar kein dauerhaft höheres, aber ein stabileres Preisniveau erzielt werden kann. Gesetzgeberische Eingriffe in die Gestaltung der Lieferbeziehungen werden abgelehnt.

Stärkere Angebotsbündelung

3. Potenziale zur Verbesserung der Wettbewerbskraft der genossenschaftlichen Molkereien im Bereich von Wertschöpfung und Vermarktung müssen stärker genutzt werden. Dies umfasse auch eine Überprüfung und wo nötig eine Anpassung der Vermarktungsstrukturen. Es müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um eine stärkere Bündelung des Angebots zu erreichen.

Milchproduktion markt- und absatzorientiert ausrichten

4. Bauernverband und genossenschaftliche Molkereien betonen nach ihrem Gespräch, dass die Milchproduktion markt- und absatzorientiert auszurichten ist. Dies müsse von allen Beteiligten gegenüber den Erzeugern kommuniziert werden, um das gegenwärtige Marktungleichgewicht zu beheben.

Drittlandsexport stärken

5. Trotz der konjunkturellen Schwäche in einigen Drittländern sehen der Deutsche Bauernverband und die genossenschaftlichen Molkereien unverändert die Notwendigkeit, den Zugang zu Drittlandsmärkten zu verbessern. Das schließt politische Maßnahmen zur Lockerung des russischen Importembargos mit ein.

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