Login
Milchproduktion

Die Milchkrise und ihre Folgen: Ein Schicksalsbericht

von , am
07.08.2015

Die Milchpreise sind im Keller. Bauer Willi wollte wissen, was das für den einzelnen Landwirt bedeutet und fragt Milchbäuerin Palla. Sie beschreibt, wie der Milchpreis ihren Betrieb ruiniert. Am Ende gibt die ihre Kühe her.

Agrarblogger 'Bauer Willi' äußert sich regelmäßig zu Themen der Landwirtschaft. © ah
Die schlechten Nachrichten rund um den Milchmarkt reißen nicht ab. Bauer Willi scheint die Milchkrise und ihre Folgen auch zu beschäftigen. Denn er befragt Palla, eine Milchbäuerin aus Süddeutschland, wie sie mit dem derzeitigen Milchpreis zurechtkommt. 

Das größte Problem ist der niedrige Miclhpreis

Auf der Internetseite von Bauer Will, kann jeder nachlesen, wie Milchbäuerin Palla um ihr Existens kämpft. "Wir haben seit Monaten tiefrote Zahlen auf dem Betriebskonto und das, obwohl unser Deckungsbeitrag pro Kuh höher liegt als beim Durchschnittsbetrieb. Wir gehören also zu den besten 10 Prozent der ausgewerteten Betriebe. Wir haben in den ganzen letzten Jahren immer Ziele vor Augen gehabt die schwerpunktmäßig mit der Produktionsoptimierung zusammenhingen: z.B. über 10.000 l/Jahr melken und mindestens eine 100.000l Kuh", erklärt palle gegenüber Bauer Willi. Weiter betont sei, " Wir haben uns auch um das Thema Milchvermarktung gekümmert, im Nachhinein aber nur mit mäßigem Erfolg. Man kann als einzelner Betrieb halt nicht das verkrustete System ändern! Der aktuelle Jahresabschluss (das landwirtschaftliche Wirtschaftsjahr geht vom 1.7.-30.6.) hat gezeigt, dass unser größtes Problem der viel zu niedrige Milchpreis ist. Man kann es drehen und wenden, bzw. Kosten einsparen wie man will, der Milchpreis ist gemeinsam mit der erzeugten Milchmenge der größte Hebel für die betriebliche Wirtschaftlichkeit."

Milchbäuerin Palla gibt auf

"Nun haben wir entschieden, dass es so nicht weitergeht und wir planen in naher Zukunft die Kühe herzugeben, erzählt Palla weiter. Das bedeutet nun für alle einen enormen Einschnitt.  Fragt man den Milchviehberatungsdienst, erzählen die Berater, dass sie gerade mehr mit Bankberatern als mit Betriebsleitern telefonieren. Der Klauenschneider berichtet, dass derzeit viele Betriebe zwischen 40 und 120 Kühen anrufen und ihn nicht mehr brauchen. Der Lohnunternehmer stöhnt wegen der hohen Außenstände. Der Tierarzt, der Landmaschinenhändler, usw. alle erzählen das Gleiche. In Wahrheit beschleunigt sich derzeit der süddeutsche Strukturwandel ganz leise in nie gekanntem Ausmaß."
 
Auch interessant