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Milchproduktion

Milchkrise: Fonterra schraubt Produktion runter

von , am
19.08.2015

Der weltweit viertgrößte Molkereikonzern Fonterra reagiert auf die schwierige Situation am Milchmarkt. Weitere Stellen müssen abgebaut werden. Die Produktion wird heruntergefahren.

Fonterra verändert seine Produktpalette und und bewegt sich nun weg vom Milchpulver hin zu hochwertigen Zutaten sowie Dienstleistungsangeboten. © Werkbild
Der neuseeländische Molkereiriese Fonterra reagiert auf die schwachen Milchpreise weltweit. Fonterra gehört vom Umsatz her zu den Top-Fünf Molkereien weltweit und ist vor allem auf Exportgeschäfte angewiesen, erklärt Marktexperte Dr. Olaf Zinke vom agrarmanager. Nun kündigte das Unternehmen laut Dow Jones News im Rahmen seiner Strategie-Überprüfung an, mehr Stellen zu streichen als bislang geplant.
 
Mitte Juli hatte Fonterra bereits angekündigt, 523 Jobs abzubauen, was drei Prozent der Belegschaft entspricht. Der führende Milchverarbeiter Neuseelands hatte im vergangenen Winter eine Überprüfung des Geschäftsmodells gestartet, da er kurzfristig keine Verbesserung am Milchmarkt erwartet.

Preise haben um 60 Prozent nachgegeben

Seit Februar 2014 haben die weltweiten Preise um rund 60 Prozent nachgegeben. Zum Saisonbeginn lag die erwartete Auszahlung noch bei 5,25 NZD/kg Milchinhaltsstoffe, nunmehr wird ein Milchpreis von 3,85 NZD in Aussicht gestellt, dazu soll eine Dividende von voraussichtlich 40 bis 50 Cent/kg kommen. Begründet wurde diese Maßnahme mit dem "Ungleichgewicht am globalen Milchmarkt", das aus einer schwächelnden Nachfrage und einem nach wie vor großen Angebot resultiere.

Molkerei schraubt die Produktion runter

Die derzeitige Verschuldung liege auf dem erwarteten Niveau und orientiere sich an Investitionen in neuseeländische Verarbeitungskapazitäten sowie am strategisch wichtigsten Markt für Fonterra, China, sagte Lukas Paravicini, kaufmännischer Geschäftsführer des Molkereiunternehmens.
 
Außerdem will Fonterra seine Produktion in den kommenden zwölf Monaten reduzieren. So soll das Angebotsvolumen in den ersten drei Monaten um 63.000 t gesenkt werden. Später im Jahr könnte das Volumen dann je nach Entwicklung der Marktlage um etwa 6.900 t erhöht werden.

Rückgang der Milchmenge um zwei Prozent erwartet

Kelvin Wickham, Direktor der globalen Zutaten-Sparte bei Fonterra, erklärte die Änderungen als Reaktion auf die aktuelle Situation bei Angebot und Nachfrage. Fonterra habe außerdem seine Produktpalette verändert und bewege sich nun weg vom Milchpulver hin zu hochwertigen Zutaten sowie Dienstleistungsangeboten.
 
Fonterra verkauft nun 70 Prozent seines Angebots über andere Kanäle als die GlobalDairyTrade-Auktion. Daher erwartet das Unternehmen keine großen Auswirkungen auf seine Lagerbestände. Die Entscheidung zur Reduktion der Verkaufsvolumina spiegle die Marktsituation wider und hänge auch mit der rückläufigen Anlieferung zusammen, wird betont. Die Unternehmensführung erwartet einen Rückgang der Milchmenge um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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