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Milchkühe mit Salbei trockenstellen: so geht‘s

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am Dienstag, 19.05.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Salbei gedeiht in vielen Bauerngärten. Zurecht! Als Sud, Tinktur oder Pulver hilft die Pflanze bei Kühen Wunden und Schleimhautentzündungen zu heilen. Selbst Tierärzte greifen auf den Salbei zurück - zum Trockenstellen.

Salbei ist gesund für Mensch und Tier. Das weiß auch Monika Rolfes. „Der Salbei ist fester Bestandteil meiner Haus- und Stallapotheke“, sagt die Landwirtin. Umschläge aus Salbeisud helfen bei Rindern gegen Schleimhautentzündungen und Wunden.

Auch ein Umschlag aus Salbeitinktur fördert die Heilung von Verletzungen. Dazu rät Tierärztin Dr. Elisabeth Stöger aus Kärnten eine Tinktur aus Salbeiblättern und Alkohol im Verhältnis 1:10 anzusetzen.

In der Praxis bewährt: Salbei bei Nasenbluten

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Auch bei Entzündungen oder Schwellungen der Kuhscheide nach der Geburt kann ein Tee aus Salbeiblättern helfen. In der Praxis wird der Salbei aber nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich verwendet. Etwa bei Nasenbluten. „Blutet eine Kuh aus der Nase, sprühe ich ihr mit einem Ohrenballon Salbeisud in die Nase“, berichtet Landwirtin Monika Rolfes.

Die Heilpflanze kann aber noch mehr. So unterdrückt Salbei die Schweißproduktion. Da die Milchdrüse eine modifizierte Schweißdrüse ist, hilft Salbei den Milchfluss zu reduzieren.

Deshalb empfehlen ihn manche Tierärzte zum Trockenstellen – in Form von Globuli. „In unserer tierärztlichen Praxis verwenden wir Salbei in einer Potenz von C8“, sagt Michael Ridler.

Als Globuli: Salbei zum Trockenstellen von Kühen

Der Tierarzt aus Höhnhart rät, die Globuli aufgelöst in Wasser auf das Flotzmaul des Rinds aufzusprühen. Mittels Sprühflasche. Zweimal täglich. „Das Tier schleckt sich das Flotzmaul sauber und gewährleistet so eine orale Aufnahme des Arzneimittels“, sagt er.

Nach mehrtägiger Behandlung – am besten 10 bis 14 Tage vor dem Trockenstellen – geht die Milchmenge zurück. „Somit sinkt das Risiko einer Mastitis, da weniger Milch ausläuft. Durch einen geringeren Milchstau und besseren Zitzenschluss gelangen kaum Bakterien ins Euter.“

Kühe mit getrocknetem Salbei füttern

Salbei wird getrocknet, um Kühe damit trockenzustellen

Auch der Einsatz von getrocknetem Salbei ist möglich. „Wir füttern unseren Kühen 150 g getrockneten Salbei eine Woche lang vor dem Trockenstellen“, sagt Monika Rolfes.

Für sie ist klar: Der Salbei hilft nicht nur ihr, wenn sie erkältet ist, sondern auch ihren Kühen. „So schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe.“

Welche positive Wirkung Myrrhe für die Gesundheit von Kälbern hat, finden Sie hier. Und was die Kamille alles für Kühe tun kann, können Sie hier nachlesen.

Mehr über die heilende Wirkung des Salbei lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von agrarheute RIND ab Seite 41.

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