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Aus der Wirtschaft

Milchmarkt: Auktionspreise fallen, Markt dennoch sehr robust

von , am
05.06.2013

Die Preise für Milchprodukte gingen an der globalen Handelsbörse im Juni weiter zurück. Einen kräftigen Abschlag gab es vor allem für Vollmilchpulver. Der Markt zeigt sich dennoch robust.

Fonterra hält rund 90 Prozent der neuseeländischen Milchproduktion in der Hand. © Moyu0816/Fotolia
Die Preise an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte gingen Anfang Juni weiter zurück. Im Vergleich zur letzten Auktion beträgt der Preisabschlag 5,3 Prozent (%) und die Preise liegen damit etwa 14 % unter den Rekordpreisen von Mitte April. Im Vergleich zum Juni vor einem Jahr ist das Preisniveau jedoch mehr als 50 % höher.
 
 
 
 
Darüber hinaus kommen aus Neuseeland und auch aus Australien Meldungen, dass die Produktion zum Ende des Milchwirtschaftsjahres weitaus schärfer zurückgeht als zunächst erwartet. Sowohl in Neuseeland als auch in Australien hat die Milchindustrie für die neue Saison deshalb deutlich höhere Erzeugerpreise für Rohmilch angekündigt.

Korrektur bei Vollmilchpulver

Internationaler Preisindex für Milchprodukte
Nach unten gezogen wurde der Preis-Index vor allem durch den kräftigen Abschlag für Vollmilchpulver von 7,1 %. Dabei gaben die Auktionspreise für die vorderen Termine von August bis September zweistellig nach, während sich die Kurse die nachfolgenden Monate nicht veränderten oder sogar stiegen. Ähnlich war die Situation bei Magermilchpulver, wo die Preise um 3,2 % zurückgingen. Für Milchfett gab es einen Preisabschlag von 4,3 % und für Butter von 2,6 %. Für Buttermilchpulver legten die Preise sogar um 3,3 % zu.

Scharfer Rückgang der Produktion

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Das Angebot an Rohmilch und Milchprodukten in Ozeanien geht derzeit scharf zurück und dass sogar noch weitaus deutlicher als bislang erwartet. Die Vereinigung der Milchindustrie Neuseelands meldet für März einen Produktionsrückgang von 16,8 % gegenüber März 2012. Für das Gesamtjahr ( Juni bis März) liegt die Produktion jedoch noch immer 2,7 % höher. Für den Rest des Milchwirtschaftsjahres bis Ende Mai dürfte sich die Produktion nicht mehr erholen, denn der Regen hat die Futterversorgung für die Ende gehende Saison nicht mehr verbessert. Viele Milchkühe wurden deshalb deutlich eher trockengestellt und auch die Milchindustrie muss ihre Produktion weiter einschränken.
Die neuseeländische Großmolkerei Fonterra hat seinen Milchlieferanten für den Saisonstart im Juni deutlich höher Auszahlungspreise angekündigt. Diese sind rund 21 % höher als im letzten Jahr und bedeuten zudem einen Rekordpreis für den Saisonstart.
 
 
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