Login
Milchproduktion

Milchmarkt: Auktionspreise geben nach

© landpixel
von , am
17.02.2012

An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) haben die Auktionspreise am Mittwoch um drei Prozent nachgegeben. Das ist der stärkste Preisrückgang seit Juli 2011.

Aktuell wird auch wegen der niedrigen Preise die Milchanlieferung etwas zurückgefahren. © fotolyse/fotolia
Im Vergleich zum Februar vor einem Jahr lag der Preisindex für alle sieben gehandelten Milchprodukte sogar rund 21 Prozent niedriger. Trotz dieses Rückgangs pendeln die Auktionspreise seit rund fünf Monaten in einer relativ engen Preisspanne von etwa sechs Prozent. Dies dürfte ein Indiz für eine relativ ausgeglichen Situation von Angebot und Nachfrage am Weltmarkt sein. Zumindest bis Januar zeigten auch andere wichtige Indikatoren noch eine robuste Nachfrage und stabile Preise an. So notierte der von der FAO ermittelte Milchpreisindex für fünf an den wichtigsten Spotmärkten gehandelte Milchprodukte im den Januar sogar knapp drei Prozent höher als im Dezember und damit auf dem höchsten Stand seit September 2011.
 
Gefahr für das Marktgleichgewicht geht indessen von der deutlich gewachsenen Milchproduktion in fast allen wichtigen Exportländern aus. Allein in den letzte drei Monaten übertraf die produzierte Milchmenge ihren Vorjahreswert in Neuseeland um neun Prozent, in Australien um gut vier Prozent, in Argentinien um elf Prozent, in der EU um gut zwei Prozent und in den USA um 2,5 Prozent.

Kräftige Abschläge bei Milchfett

Bei der Auktion am 15. Februar gaben die Preise (außer für Kasein) für alle gehandelten Milchprodukte nach. Kasein wurde im Vergleich zur letzten Auktion 1,1 Prozent (%) teurer gehandelt. Am geringsten war der Preisabschlag mit -0,8 % bei Milch-Protein-Konzentrat. Bei Käse (Cheddar) fiel der Preisrückgang mit - 2,3 % hingegen schon etwas deutlicher aus. Rund drei Prozent gaben die Auktionspreise jeweils für Magermilch- und Vollmilchpulver nach.
 
Den weitaus stärksten Abschlag musste indessen Wasserfreies Milchfett (AMF) mit 10,5 % verkraften. Auch im Vergleich zum Februar letzten Jahres sind die Preiseinbußen für AMF mit rund 44 % am stärksten, während Vollmilch- und Magermilchpulver etwa 21 % bzw. 17 % weniger kosten als vor zwölf Monaten.

Spotmarktpreise zuletzt stabil

Anfang Februar waren die Spotmarktpreise beim Export europäischer Milchprodukte (fob Hafen) relativ stabil. Leicht nachgegeben haben lediglich die Notierungen für Butter und Molkepulver. Dagegen wurde Voll- und Magermilchpulver sowie Butteröl zu unveränderten Preisen exportiert. An den ozeanischen Exporthäfen gaben die Preise für Käse (Cheddar) und für Butter etwas nach. Die Exportpreise für Vollmilch blieben stabil und Magermilchpulver wurde leicht teurer exportiert. Am EU-Binnenmarkt waren die Preise auf Großhandelsebene bis Ende Januar ebenfalls stabil. Die von der EU-Kommission erfassten Preise für die wichtigsten Milchprodukte notierten nahezu unverändert. Lediglich die Butterpreise gaben weiter leicht nach.

US-Terminmarkt: Etwas schwächere Milchpreise

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
An den stark am Weltmarkgeschehen orientierten US-Terminmärkten haben die Rohmilchpreise von Dezember bis Februar von rund 0,41 US-Ct auf 0,36 US-Ct nachgegeben. Dieser Preisrückgang fiel etwas stärker aus als erwartet, denn das Angebot an Rohmilch und die Produktion von Milchprodukten übertraf ebenfalls die Prognosen. Bis April erwartet man nun einen Rückgang der Rohmilchpreise auf 35 Ct. Danach sollen die Notierungen wieder moderat zulegen. An den Exportmärkten erwartet das USDA in einer aktuellen Prognose für 2012 eine Rückgang der US-Pulverausfuhren von etwa fünf Prozent und bei den fettbasierten Milcherzeugnissen einen Exportrückgang von zehn Prozent.
 
Allerdings haben die US-Exporteure das Jahr 2011 auch mit einem neuen Rekord abgeschlossen. Bis November lagen die wertmäßigen Ausfuhren rund 45 % über dem Vorjahresergebnis. Insbesondere Käse und Magermilchpulver wurden erheblich mehr exportiert. Die guten Erlösmöglichkeiten im Export spiegeln sich weiterhin in den Kursen der börsengehandelten Milchprodukten wider. Derzeit gehen die US-Händler bei Käse von Februar bis Juli von einem Preisanstieg von knapp 10 % aus. Bei Magermilchpulver rechnet bis April mit einem Preisrückgang und einer anschließenden Preiserholung. Auch bei Butter gehen die Händler derzeit von einem Preisanstieg von etwa 8 % bis Juli aus. Einen kräftigen Preisrückgang von fast 30 % bis Juli erwartet man hingegen bei Molkepulver.

Betriebsreportage: Mit Milchvieh erfolgreich wirtschaften

Auch interessant