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Milchproduktion

Milchmarkt: Bauernverband sieht 'unverantwortliche Panikmache'

von , am
25.04.2012

Berlin - Die neuen Trinkmilchpreise sorgen für Unmut bei den Milchbauern, Lidl machte kürzlich wieder mit Schleuderpreisen für Joghurt von sich reden. Insgesamt sieht der DBV die Lage dennoch stabil.

In Bayern © Konstantin Fedorov
Blickt man auf das aktuelle Konjunkurbarometer Agrar, zeigt sich, dass Milchbauern im März dieses Jahres ihr momentane und künftige wirtschaftliche Lage (bezogen auf die kommenden zwei bis drei Jahre) positiv einschätzen. Ebenso positiv wie Ackerbauern und Veredler. Für Verstimmung sorgen jedoch aktuelle Abschlüsse zu Trinkmilchpreisen zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel.
 
Auch wenn es sich dabei nur um kurzfristige Abschlüsse von zwei Monaten handelt, so sind Preissenkungen angesichts der weltweiten stabilen Nachfrage auf dem Milchmarkt nicht gerechtfertigt, kritisiert der Deutsche Bauernverband (DBV).

DBV: Ungerechtfertigte Absturzszenarien

Mehrfach hatten, so der DBV, in den letzten Tagen Kritiker einer marktorientierten Milchpolitik der EU die augenblicklich gute Grundstimmung des Milchmarktes in Frage gestellt. Insbesondere der grüne Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff habe erneut gegen den Berufsstand und die nationale Agrarpolitik "gewettert" und völlig ungerechtfertigt ein "Absturzszenario" für die Erzeugerpreise an die Wand gemalt.
 
"Solche Meldungen, wie sie mitten in die laufende Verhandlungsrunde der Molkereien hinein abgesetzt werden, spielen niemand anderem als Lidl, Aldi und Co. in die Hände", erklärte der DBV.
 
Der Bauernverband habe deshalb die verbrauchertäuschenden Schleuderpreise der Discounter, wie sie in diesen Tagen wiederbelebt wurden, attackiert und nicht am falschen Ende kritisiert.

Preisdelle war zu erwarten, Preise dank stabiler Nachfrage bald wieder stabil

Bereits in einem Sondierungsgespräch während der Grünen Woche mit der Molkereiwirtschaft wurde klar festgehalten, dass es im Frühjahr dieses Jahres eine leichte Delle in den Milcherzeugerpreisen geben würde. Danach sei aber zu erwarten, dass die weltweit stabile Nachfrage nach Milch und Milchprodukten die Preise wieder stabilisiere. So gebe es gegenwärtig auf dem für die deutschen Milcherzeuger wichtigsten Absatzsegment, dem Käsemarkt, eine sehr stabile Situation. Auch könne man nicht von einer "exzessiven Mengenausweitung in der Milchproduktion" - weder in Deutschland noch auf europäischer Ebene sprechen.
 
Die zwischen ein bis zwei Prozent liegenden Mengensteigerungen würden europäisch wie weltweit dringend benötigt, um den langfristig stabilen Aufwärtstrend in der Nachfrage nach Milch nicht in andere Regionen abwandern zu lassen.  

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