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Milchproduktion

Milchmarkt: Exportnachfrage zieht spürbar an

© yellowj/fotolia
von , am
14.09.2012

Die derzeit sehr feste Preisentwicklung für Milchprodukte an den internationalen Märkten ist nicht nur Ausdruck eines kleiner werdenden Angebotes. Auch die Nachfrage zieht deutlich an.

Savencia vermarktet unter anderem konventionell hergestellte Käsesorten. © yellowj/fotolia.com
Das zeigen die aktuellen Außenhandelsdaten aus der Europäischen Union. Für eine ganze Reihe von Produkten liegen die Absatzmengen für das erste Halbjahr 2012 über den bereits guten Umsätzen des Vorjahres. Offenbar haben die Preisabschläge zu Beginn des Jahres 2012 auch zur Nachfragebelebung beitragen.

In der laufenden Exportstatistik der EU-Kommission liegen die Ausfuhrmengen bei einer ganzen Reihe von Milchprodukten zum Teil deutlich über den Vorjahreswerten. Nur einige wenige Erzeugnisse verfehlen die Ausfuhrmengen des Vorjahres deutlich.

Starkes Exportwachstum bei Magermilch

Den stärksten Vorsprung gegenüber dem Vorjahr haben die Exporte bei Magermilchpulver. Der europäische Magermilchexport im ersten Halbjahr 2012 übertrifft den Vorjahreswert mit 295.000 Tonnen (t) um knapp 21 Prozent (%). Deutschland ist der größte Magermilchpulverexporteur der EU und steigert seine Ausfuhren in Drittländer um 33 % auf knapp 63.000 t.
 
Frankreich weist als zweitgrößter Exporteur sogar eine Ausfuhrzuwachs von 41 % auf 60.500 t aus. Dagegen gingen die belgischen Ausfuhren von 60.000 t auf knapp 56.000 t zurück.

Deutschland beim Käseexport vorn

Ebenfalls kräftig zugelegt haben im ersten Halbjahr 2012 mit knapp elf Prozent die europäischen Ausfuhren von Käse. In diesem Segment hat sich der Export in den letzten Monaten sogar noch beschleunigt.
 
Deutschland ist mit 73.000 t der größte Käseexporteur der EU und hat seine Ausfuhr gegenüber dem Vorjahr sogar um 14 % gesteigert. Auch die deutsche Ausfuhr hat zuletzt an Tempo gewonnen. Zweitwichtigster Käseexporteur der EU sind die Niederlande mit einer Ausfuhrmenge von 58.000 t und einem Zuwachs von 18 % und auf Position drei beim Käseexport liegt Frankreich mit stabilen Exporten von etwa 47.000 t.

Starke Dynamik bei Molkepulver

Ein sehr kräftiges Wachstum verzeichnen auch die Ausfuhren von Molkepulver. Mit einer Gesamtausfuhr von 253.000 t wächst die Exportmenge hier um knapp 21 %. Deutschland ist in diesem Bereich mit 32.000 t und einem Zuwachs von 27 % nach
  • Frankreich mit 73.000 t,
  • Polen mit 40.000 t und den
  • Niederlanden mit 35.000 t
die Nummer vier unter den Exporteuren der EU.
 
Kräftig zugenommen hat außerdem auch der EU-Export von Kasein um zwölf Prozent auf 76.000 t. 

Ausfuhren von Butter und Vollmilch wieder besser

Etwas kleiner als im letzten Jahr sind mit minus vier Prozent und 210.000 t die Ausfuhren bei Vollmilchpulver. Hier hat sich der Rückstand zum Vorjahr allerdings zuletzt verringert. Für Deutschland ist der Export von Vollmilchpulver mit. 3.700 t allerdings eher unbedeutend. Dagegen sind die Niederlande mit 62.900 t sowie Dänemark (42.000 t) und Belgien (22.100 t) sowie Frankreich (17.700 t) am stärksten in diesem Segment engagiert.
 
Bei Butter erreichen die EU-Exporte im ersten Halbjahr 2012 mit 50.000 t fast den Vorjahreswert. Damit hat sich der große Rückstand der Vormonate deutlich verringert. Die deutschen Butterausfuhren liegen mit 3.800 t allerdings fast 50 % niedriger als im letzten Jahr. Dagegen haben Frankreich, die Niederlande und Dänemark ihren Butterexport gesteigert.

China und Mexiko kaufen deutlich mehr

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Im Wesentlichen spiegelt sich in der Export-Entwicklung nach Produkten auch die Dynamik der unterschiedlichen Importmärkte wider. So hat China den Import von Magermilchpulver im ersten Halbjahr 2012 um mehr als 60 % auf 104.000 t gesteigert. Mit rund 55 % auf 105.000 t sind die Importe Mexikos ähnlich stark gewachsen. Dagegen haben sich die russischen Importe von Magermilchpulver auf 11.000 t halbiert.
 
Bei Vollmilchpulver sind die Importe Chinas hingen um zehn Prozent auf 209.000 t geschrumpft und auch Algerien hat mit 94.000 t rund 30 % weniger Vollmilchpulver eingeführt.
 
Beim Import von Käse ist die Einfuhr des größten Importeurs Russland mit 140.000 t in etwa stabil geblieben. Zugenommen haben die Importe Japans (+ 9%) , der EU (+ 5 %) und vor allem Mexikos ( + 44 %) sowie Chinas (28 %). Etwas rückläufig waren die Importe der USA (- 6%).
 
 
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