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Milchproduktion

Milchmarkt: Exportpreise gehen 15 Prozent nach oben

von , am
20.08.2015

Die Exportpreise für Milchprodukte haben auf der internationalen Handelsplattform GlobalDairyTrade Mitte August einen sehr kräftigen Sprung nach oben gemacht. Damit ging es erstmals seit März wieder nach oben.

Fonterra rechnet in diesem Jahr mit einer um zwei Prozent gedrosselten Milchproduktion in Neuseeland. © JM Fotografie/fotolia.com
Dabei sehen die meisten Analysten jedoch nicht etwa eine anziehende Nachfrage als Ursache für den Preisanstieg an. Vielmehr wird die deutliche Drosselung des Angebotsbzw. der Produktion durch den weltweit größten Milchkonzern Fonterra infolge der weiterhin sehr schwierigen Absatzlage als Grund genannt. Nach Angaben des Marktexperten Dr. Olaf Zinke war die angebotene Menge an Milchprodukten bei der aktuellen Auktion entgegen dem saisonal üblichen Trend fast ein Viertel kleiner als bei der vorigen Handelsrunde.
 
Üblicherweise steigen Produktion und Handelsmenge in Neuseeland in den nächsten Monaten (Springflash) rasant an und erreichen dann etwa im Oktober die Produktionsspitze.

Fonterra drosselt das Angebot

In den letzten beiden Jahren hatte Fonterra (mit Blick auf den zweistellig wachsenden chinesischen Markt) die Produktion von Vollmilchpulver durch den Bau neuer Fabriken und den Ausbau bereits vorhandener Kapazitäten kräftig ausgeweitet. Diese Kapazitäten drücken nun vor dem Hintergrund der 2015 weggebrochenen chinesischen Importe (-54 Prozent) massiv auf die Preise.
 
Aufgrund des massiven Milchpreisverfalls rechnet Fonterra zudem für Neuseeland mit einem Rückgang der Milchproduktion in diesem Jahr von etwa zwei Prozent. Die meisten Analysten gehen derzeit jedoch nicht von einer weiteren deutlichen Erholung der Exportpreise aus, ohne dass auch die Nachfrage (vor allem aus China) spürbar anspringt. Danach sieht es bislang jedoch (noch) nicht aus. 

Exportpreise steigen um 15 Prozent

Bei der Auktion der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade am 18. August haben die Preise für die wichtigsten an den Exportmärkten gehandelten Milchprodukte einen kräftigen Sprung um 14,8 Prozent nach oben gemacht. Seit der zwischenzeitlichen Preiserholung von Mitte März 2015 war dies der erste Anstieg der Exportpreise in diesem Jahr. Trotz der kräftigen Erholung sind die Exportpreise für Milchprodukte damit jedoch noch 39 Prozent niedriger als im März 2015. Die Exportpreise des Vorjahres (August 2014) werden derzeit um etwa 33 Prozent verfehlt.
 
Die Entwicklungen der August-Aktion im Vergleich zum Juli im Einzelnen:
  • Vollmilchpulver (VMP): + 19,1 % auf 1.856 USD/t (August 2014: 2.804 USD/t)
  • Magermilchpulver (MMP): + 8,5 % auf 1.521 USD/t (August 2014: 2.874 USD/t)
  • Buttermilchpulver: - 13,8 % auf 1.400 USD/t (August 2014: 3.886 USD/t)
  • Käse (Cheddar): + 4,4 % auf 2.778 USD/t (August 2014: 3.453 USD/t)
  • wasserfreies Milchfett (AMF): + 26,6 % auf 2.724 USD/t (August 2014: 3.566 USD/t)
  • Butter: + 10,8 % auf 2.541 USD/t (August 2014: 2.940 USD/t)

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