Login
Milchproduktion

Milchmarkt international: Auktionspreise gaben erneut nach

von , am
06.10.2011

Berlin - Die letzte Auktion der Handelsplattform Global Dairy Trade, ergab am 4. Oktober, im Mittel der gehandelten Milchprodukte und Termine, einen Preisabschlag von - 1,6 %.

Damit hat der gewichtete Handelsindex GDT von April bis Anfang Oktober rund 25 % seines Wertes eingebüßt. Während der aktuellen Auktion wurde der stärkste Preisrückgang bei Käse/Cheddar (-4,9%) und Kasein (-7,2 %) verzeichnet. Vergleichsweise moderat waren die Preisabschläge bei Vollmilchpulver (-0,7 %) und Magermilchpulver (-0,3 %). Allerdings hatten diese beiden Produkte während der letzten Auktionen bereits kräftige Abschläge hinnehmen müssen. So gingen die Auktionspreise für Magermilchpulver seit Juni um -25 % und für Vollmilchpulver um fast 30 % zurück. Festere Preise wurden Anfang Oktober für Buttermilchpulver (+3,2 %) und Milch-Protein-Konzentrat (+0.5 %) notiert. Erstmals war an der Auktion auch das US-amerikanische Unternehmen Dairy Amerika beteiligt. 

Größeres Angebot und schwächere Nachfrage

Der Preisrückgang erfolgte, nachdem der neuseeländische Milchriese Fonterra für die ersten 7 Monate des Jahres 2011, einen Zuwachs seiner Milchanlieferung gegenüber dem Vorjahr von rund 13 % gemeldet hatte. Im Monat Juni betrug der auch als „Spring Flash“ bezeichnete saisonale Angebotszuwachs im Frühjahr sogar fast ein Drittel. Für das gesamte Milchwirtschaftsjahr 2011/12 geht man derzeit von einer Produktionsexpansion der Neuseeländer von 6 bis 8 % aus. Aber auch in anderen wichtigen Produktions- und Exportregionen haben die hohen Milch- und Milchproduktenpreise zu einer Produktionsexpansion geführt. So lag die Anlieferungsmenge in der Europäischen Union in den ersten 7 Monaten rund 2,3 % über dem Vorjahr und in den USA erzeugten die Farmer (trotz der Trockenheit in den Südstaaten) rund 1,6 % mehr Milch als ein Jahr zuvor. 

Preisrückgang in den USA

Auf die Schwäche am Weltmarkt und das gewachsene Angebot hat bislang vor allem der Binnenmarkt in den USA reagiert. Von ihrem historischen Höchststand im August (49 US-Ct/kg), gingen die US-Rohmilchpreise bis Anfang Oktober um fast 20 % auf etwa 39 US-Ct/kg zurück. Am US-Terminmarkt rechnet man bis zum Jahresende mit einem weiteren Preisrückgang von 10 % auf etwa 35 US-Ct/ kg. Ursache für die Marktschwäche ist unter anderem die schwächere Nachfrage großer Importeure wie Russland und China. Gleichzeitig dämpfen die kräftig gestiegen Verbraucherpreise für Milchprodukte den Konsum im Westen und in den Schwellenländern. Erhebliche Gefahr für den Milchmarkt geht zudem von den sich spürbar verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten und den insgesamt fallenden Rohstoffpreisen aus. 

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
  
Auch interessant