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Milchproduktion

Milchmarkt International: Preisanstieg setzt sich fort

von , am
07.11.2012

Die Preise für Milchprodukte steigen weiter. An der internationalen Handelsbörse Global Dairy Trade stieg der gemittelte Index auf den höchsten Stand seit zehn Monaten.

© Pinoquio_9/Fotolia
An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (Global DairyTrade) setzt sich die nach oben gerichtete Preisbewegung im November fort. Bei der Auktion am 6. November kletterte der gemittelte Index für die insgesamt acht gehandelten Milchprodukte auf den höchsten stand seit zehn Monaten.

Preise um 23 Prozent gestiegen

Bei dieser Handelsrunde betrug der Preisanstieg über alle Produkte hinweg 1,1 Prozent (%). Seit dem letzten Tief im Juli haben die Preise an der globalen Handelsbörse damit um 23 % zugelegt. Dabei wäre der Preisanstieg diesmal noch höher ausgefallen, wenn die Preise für Vollmilchpulver, dem wichtigsten international gehandelten Milchprodukt, nicht zurückgegangen wären. Dieser Rückgang wird jedoch durch den zum Teil sehr kräftigen Anstieg aller übrigen Milchprodukte mehr als ausgeglichen.

Käse und Milchfett teurer

Am stärksten verteuerten sich in dieser Handelsrunde mit neun Prozent und 7,3 % Buttermilchpulver und Kasein. Buttermilchpulver ist mittlerweile sogar 40 % teurer als im Juli und die Kaseinpreise liegen 25 % höher als zur Jahresmitte. Positiv wirkt sich zudem aus, dass die Käsepreise (Cheddar) ihren seit Anfang September anhaltenden Preisrückgang beendet haben und in der aktuellen Handelsrunde um 2,5 % zulegten. Ebenfalls kräftig verteuert hat sich mit 5,3 % Milchfett (AMF) und kann damit nach den kräftigen Preisabschlägen der letzten beiden Handelsrunden wieder spürbar zulegen.

Nur Vollmilchpulver billiger

Internationaler Preisindex für Milchprodukte
Die Preise für Vollmilchpulver haben ihren seit Juli nach oben gerichteten Preistrend zunächst einmal unterbrochen und sind um 2,5 % zurückgegangen. Dies ist auch der Grund für den insgesamt nur moderaten Anstieg des Gesamtindex.
 
Trotz des aktuellen Abschlags sind die Vollmilchpulverpreise jedoch noch rund 30 % höher als im Juli. Händler berichten zudem, dass die Nachfrage aus China sich weiter sehr robust entwickelt und bislang keine erkennbaren Schwächen zeigt. Dabei kommt zum ohnehin wachsenden chinesischen Bedarf in diesem Jahr noch ein Art Sonderkonjunktur hinzu. Ursache ist die höhere Geburtenrate und der größeren Bedarf an Babynahrung (Milchpulver) im chinesischen Jahr des Drachens.

Produktion in Europa und den USA kleiner

Im Unterschied zu den Vollmilchpulverpreisen haben die Magermilchpulverpreise bei dieser Auktion um 3,9 % zugelegt. Damit kostet Magermilchpulver Anfang November erneut mehr als Vollmilchpulver. Gleichzeitig sind die Preise seit Mitte Juli um rund ein Drittel gestiegen.
 
Die Ursachen für den fortgesetzten Anstieg der Preise für Milchprodukte sehen Händler zum einen in der unverändert robusten globalen Nachfrage, zum anderen aber auch im rückläufigen Angebot aus den USA und Europa. In den USA ist die Produktionsmenge im September minus 0,5 % unter den Vorjahreswert gefallen und in Deutschland lag die erzeugte Milchmenge für den Zeitraum April bis August sogar minus 1,2 % niedriger als ein Jahr zuvor.

Exportpreise in Europa steigen

Bestätig wird der nach oben gerichtete Preistrend durch die Entwicklung der aktuellen Exportpreise (fob-Preise) an den internationalen Handelsplätzen und Verladehäfen. So verteuerten sich die Exportpreise vor allem für Butter, aber auch für Magermilchpulver und Vollmilchpulver zum Monatswechsel kräftig.
Die fob-Preise in Ozeanien waren zu diesem Zeitpunkt für alle Milchprodukte auf hohem Niveau stabil. Für Käse legte die Notierungen etwas zu.
 
Der feste europäische Preistrend wird auch durch den neuen Rohstoffwert des Ife-Instituts in Kiel bestätigt. Dieser auf Basis der Verwertungsbedingungen von Butter und Milchpulver errechnete Wert, stieg im Oktober weiter um 1,2 Ct auf 35,3 Ct und liegt damit fast 50 % über dem Tief von April.
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