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Milchproduktion

Milchmarkt International: Preise geben nach

von , am
05.12.2012

An der globalen Handelsbörse GlobalDairyTrade haben die Preise erstmals seit Oktober wieder nachgegeben. Der gemittelte Index für Milchprodukte ging gestern um Minus 2 Prozent zurück.

Savencia vermarktet unter anderem konventionell hergestellte Käsesorten. © yellowj/fotolia.com
Den stärksten Rutsch nach unten machte diesmal das Indexschwergewicht Vollmilchpulver. Hier gaben die Preise um -3,5 Prozent auf 3170 US-Dollar pro Tonne nach. Die deutlichsten Preisabschläge gab es dabei für die Termine im zweiten Quartal 2013. Hier verbilligte sich der Kontraktpreis um 5 Prozent bis 6 Prozent (Mai-Juni). Damit sind die Kontraktpreise bei dem für die neuseeländische Milchwirtschaft wichtigsten Milchprodukt seit Mitte Oktober rum gut -7 Prozent gefallen und liegen zudem deutlich unter den Preisen für Magermilchpulver.
 

Magermilchpulver und Käse billiger

Dabei haben auch die Notierungen für Magermilchpulver bei dieser Auktion um -1,0 Prozent auf 3362 USD/t nachgegeben. Hier waren die Auktionspreise - ebenso wie bei Vollmilchpulver, vor allem für die Termine ab Frühjahr 2013 rückläufig und gaben zur Mitte des Jahres 2013 sogar um mehr als 5 Prozent nach. Mit einem Abschlag von -2,2 Prozent ging diesmal auch Käse (Cheddar) aus der Handelsrunde. Bei der Auktion vor zwei Wochen waren die Käsepreise allerdings noch zweistellig gestiegen und hatten den Index dadurch im Plus gehalten.
 

Milchfett teurer

Zulegen konnte diesmal nur die Preise für Milchfett. Hier betrug der Aufschlag sogar 3,7 Prozent und der Auktionspreis von 3197 US-Dollar pro Tonne ist e höchste seit September 2012. Dagegen gingen die Preise für Milchproteinkonzentrat um -1,2 Prozent auf 5958 USD/t zurück, während sich die Auktionspreise für Kasein fast nicht veränderten. Die insgesamt gehandelte Menge Milchprodukten war mit 52.600 Tonnen fast 9 Prozent größer als bei der letzten Auktion.
 

Analysten erwarten feste Preise

© Global Dairy Trade
Trotz des aktuellen Rückgangs erwarten die meisten Analysten für die nächsten Monate keinen weiteren Preisrückgang oder weiter steigende Preise. Das hat vor allem mit dem rückläufigen Angebot zu tun. Zwar hat die Milchproduktion in Neuseeland und Australien derzeit ihren üblichen saisonalen Höhepunkt erreicht und auch die Produktion von Milchprodukten läuft auf vollen Touren, jedoch rechnet man für beide Länder - nach sehr gutem Start - in der zweiten Jahreshälfte mit einer deutlich Abschwächung der Produktionsdynamik. Das liegt offenbar zum einen an den steigenden Futterkosten zum andern aber auch an den sich spürbar verschlechternden Weidebedingungen in beiden Ländern.
 

Globales Angebot rückläufig

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Vor diesem Hintergrund rechnet die National Australia Bank mit einem Rückgang der australischen Michproduktion um -1 Prozent für die das laufend Milchwirtschaftsjahr. Vor wenigen Wochen hatte die FAO hatte für Neuseeland - nach der sehr straken Expansion der letzten beiden Jahren - ebenfalls einen Rückgang der Produktion von drei bis vier Prozent geschätzt. Nach Schätzungen von Analysten liegt die Erzeugung in Neuseeland derzeit allerdings noch drei bis vier Prozent und in Australien zwei bis drei Prozent über der Vorjahreslinie.
 
Aber nicht nur in Ozeanien sondern auch in Europa und en USA schwächt sich die Produktionsdynamik spürbar ab. So liegt die Milchanlieferung in Europa im September nach bisherigen Schätzung rund -1,8 Prozent unter der Vorjahreslinie und für die ersten 9 Monate des Jahres gerade noch 1,2 Prozent darüber. Auch in den USDA ist die Produktion weiter rückläufig und im September erstmals unter die Vorjahreslinie gerutscht.

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