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Milchproduktion

Milchmarkt International: Preise gehen weiter zurück

© womue/fotolia
von , am
02.05.2012

An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) haben die Auktionspreise bei der Handelsrunde am 1. Mai weiter nachgegeben. Der Preis für Milchprodukte liegt 30 Prozent unter dem Vorjahr.

Bei der aktuellen Handelsrunde legten die Preise für Käse und Laktose gegen den Trend zu. Käse verteuerte sich um 2,1 Prozent. © landpixel
Um 2,4 Prozent ging der gewichtete Preisindex für die sieben bei dieser Auktion gehandelten Milchprodukte zurück. Gegen den Trend konnten die Auktionspreise für Käse und Laktose jedoch wieder etwas zulegen.
 
Im Vergleich zum Mai 2011 waren die Preise für die auf dieser Auktion gehandelten Milchprodukte um 30 Prozent niedriger. Seit der der letzten Preisspitze im März 2011 haben die Auktionspreise rund 37 Prozent (%) verloren. Niedriger als Anfang Mai war der gewichtete Preisindex zuletzt im September 2009.

Käsepreise etwas fester

Seit der der letzten Preisspitze im März 2011 haben die Auktionspreise rund 37 Prozent verloren.
Bei der aktuellen Handelsrunde konnten die Preise für Käse und Laktose gegen den Trend zulegen. Käse verteuerte sich um 2,1 % und Laktose um drei Prozent. Allerdings hatten die Auktionspreise für Käse (Cheddar) in den letzten Monaten und auch bei der vorigen Handelsrunde deutlich nachgegeben. Von der letzten Preisspitze im Juli 2011 sind die Käsepreise derzeit 32 % entfernt.
 
Etwas erholen konnten sich auch die Preise für Laktose. Allerdings wird Laktose erst seit April auf der Auktionsbörse gehandelt und bei der vorigen Handelsrunde gab es keinen Preisfeststellung. Damit ist die Aussagefähigkeit etwas eingeschränkt.
 
Relativ moderat war mit -0,5 % zudem der Preisrückgang bei Kasein. Hier sind die Auktionspreise seit der letzten Preisspitze im November 2011 um rund 30 % zurückgegangen.

Milchpulver nochmals schwächer

Nicht zum Stillstand gekommen ist der Preisrückgang bei Milchpulver. Hier gingen die Auktionspreise nach den kräftigen Abschlägen der letzten Handelsrunde für Magermilchpulver nochmals um 4,6 % und für Vollmilchpulver um 2,2 % zurück. Mittlerweile bewegen sich die Auktionspreise für Magermilchpulver rund 38 % und für Vollmilchpulver etwa 40 % unter ihren Preisspitzen vom letzten Jahr.
 
Bei dieser Handelsrunde waren die Angebotspreise des europäischen Molkereikonzerns Arla für Magermilchpulver (2500 USD/t) niedriger als die des neuseeländischen Wettbewerbers Fonterra (2690-2760 USD/t) und etwa ebenso teuer wie die Offerten des US-Konzerns Dairy Amerika.

Zweistellige Korrektur bei AMF und MPC

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Den stärksten Rückgang verzeichnete bei dieser Auktion die Preise für Wasserfreies Milchfett (AMF) und Milchprotein-Konzentrat (MPC 70). Für beide Produkte war die Korrektur mit 13,6 % beziehungsweise 11,7 % zweistellig. Bei wasserfreiem Milchfett wurde Anfang Mai sogar das niedrigste bislang auf der globalen Handelsplattform ermittelte Preisniveau erreicht. Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Februar 2011 waren die Auktionspreise für AMF Anfang Mai 2012 etwa 55 % niedriger.
 
Bei Milchprotein-Konzentrat (MPC 70) haben die Auktionspreise von Oktober 2011 bis Mai 2012 umrund 40 % nachgegeben. Auch bei MPC ist dies das niedrigste bislang auf der Handelsplattform ermittelte Preisniveau.

Wettbewerbsdruck und Preisvolatilität verändern den Milchmarkt und stellen Milcherzeuger sowie Molkereien vor neue Herausforderungen. Weiterlesen ...
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