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Milchproduktion

Milchmarkt International: Preise zum Jahresende fester

© landpixel
von , am
19.12.2012

An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) sind die Preise auf der letzten Auktion des Jahres 2012 gestiegen. Der gemittelte Index für alle gehandelten Milchprodukte kletterte am 18. Dezember um 1,1 Prozent nach oben.

75 Prozent der Kühe in NRW stehen in moderen Boxenlaufställen. © Mühlhausen/landpixel
Dabei legten die Preise für Käse, Protein, Kasein und Magermilchpulver zu, während die Kurse Vollmilchpulver, Buttermilchpulver und Milchfett leicht nachgaben.
 
Gleichzeitig ging das Handelsvolumen im Vergleich zur letzten Auktion um über zehn Prozent (%) auf den niedrigsten Stand seit August zurück. Damals legten die Preise allerdings sehr deutlich zu.

Käse und Kasein deutlich teurer

Den kräftigsten Preisaufschlag verzeichnet man in dieser Handelsrunde bei Käse (Cheddar). Um 4,9 % zogen die Käsepreise nach der leichten Schwäche bei der vorigen Auktion an und erreichten damit wieder ihren Stand von September. Noch stärker als Käse verteuerte sich diesmal mit rund sieben Prozent Kasein. Damit sind die Kaseinpreise so hoch wie zuletzt wie vor 13 Monaten.

Vollmilchpulverpreise geben nach

Um 1,1 % zugelegt haben erneut die Preise für Magermilchpulver. Dieses im internationalen Handel wichtige Produkt hatte sich bereits bei der letzten Auktion Anfang Dezember dem nach unten gerichteten Preistrend entzogen.
 
Dagegen gaben die Preise für Vollmilchpulver erneut um -0,6 % nach, womit sich der Abstand zu Magermilchpulver weiter vergrößerte. Mittlerweile sind die Preise für Vollmilchpulver mit 3.147 US-Dollar je Tonne (USD/t) rund acht Prozent oder fast 300 USD niedriger als die Preise für Vollmilchpulver (3.419 USD).

Neuseeland produziert Vollmilchpulver

Ein Grund für die schwächeren Vollmilchpreise ist das sehr starke Produktionswachstum bei diesem Produkt in Neuseeland. Im laufenden Jahr rechnet man mit einer Zunahme der neuseeländischen Produktion um rund zehn Prozent auf 1,25 Millionen Tonnen (Mio. t). Seit dem Jahr 2008 hat sich die neuseeländische Vollmilchpulverproduktion sogar verdoppelt und beinahe die gesamte Produktion wird exportiert.
 
Größter Abnehmer von Vollmilchpulver ist China, dessen Importe 2012 um 14 % kräftig gewachsen sind. Dagegen sind die Einfuhren des zweitgrößten Importeurs Algeriens im Jahresverlauf um fast 20 % geschrumpft, was die Preise natürlich drückt.

Markt für Magermilchpulver aufnahmefähig

Demgegenüber sind die Importe bei Magermilchpulver im Jahresverlauf nicht nur in China sondern auch bei anderen großen Importeuren gewachsen. Das hat die Exportpreise des 2012 kräftig gewachsenen globalen Angebots an Magermilchpulver gestützt.
 
Unter anderem nahmen die Einfuhren Chinas im Jahresverlauf um 50 % zu, die Importe Mexikos wuchsen um 17 % und Indonesien kaufte fünf Prozent mehr Magermilchpulver am Weltmarkt. Auch bei diesem Produkt haben allerdings Algerien und Korea ihre Einfuhren verringert und die Importe Russlands stagnierten.
 
Vom stark wachsenden Magermilchpulvermarkt profitierten neben den Neuseeländern vor allem die Europäer und die USA.

Optimistischer Ausblick für 2013

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Viel wird davon abhängen, wie sich Nachfrage der großen Importeure - insbesondere Chinas - im nächsten Jahr weiterentwickelt. Zumindest das USDA geht in seiner Dezemberprognose von weiter wachsenden Importen Chinas aus. Auch die Einfuhr Algeriens und anderen in diesem Jahr stagnierenden Importeuren könnten im nächsten wachsen und die Preise stützen.
 
Gleichzeitig geht das USDA von einer gewissen Stabilisierung der globalen Milchproduktion aus. Dies wäre sicherlich eine Voraussetzung für die erwarte Erholung de Preise. Ein weiteres bislang nicht erwartetes Angebotswachstum in den wichtigsten Exportländern könnte die Preise hingegen erneut unter Druck setzten.
 
 
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