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Milchproduktion

Milchmarkt International: Preise steigen kräftig

von , am
20.02.2013

Zum fünften Mal in Folge hat der Preisindex an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte zugelegt. Der Index erreichte den höchsten Stand seit Juli 2012.

Für deutsche Milcherzeuger wird es keine Stundung der Superabgabe geben.
An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) sind die Preise kräftig gestiegen. Bei der gestrigen Auktion legte der Preisindex für die gehandelten Milchprodukte um 3,1 Prozent (%) zu.
 
Dies ist nicht nur der fünfte Preisanstieg in Folge sondern der gewichtete Preisindex erreichte den höchsten Stand seit Juli 2011 und damit seit fast 19 Monaten. Im Vergleich zum letzten Tiefstand der Preise vom Juli 2012 beträgt der Anstieg rund 34 %. Allein in den ersten sechs Wochen des laufenden Jahres kletterte die Preise um etwa neun Prozent.

Vollmilchpulver verteuert sich am stärksten

Am stärksten verteuert hat sich bei der aktuellen Handelsrunde Vollmilchpulver (5,8 %). Damit ist der Auktionspreis von Vollmilchpulver erstmals seit Oktober 2012 wieder höher als der Preis von Magermilchpulver. Gestiegen sind außerdem die Preise für Milchfett (vier Prozent), Butter (4,1 %), Käse (1,8 %), Magermilchpulver (ein Prozent) und Kasein (0,8 %).
 
Die auf der Auktion gehandelte Menge an Milchprodukten hat sich im Vergleich zur letzten Auktion jedoch sehr - um 13 % - verringert. Damit lag die Handelsmenge fast 40 % unter dem Volumen vom November 2012. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Ozeanien allerdings die saisonale Produktionsspitze erreichet, während die Produktion seitdem stetig zurückging. Der Tiefpunkt der Erzeugung ist in Neuseeland etwa im Juni erreicht.

Neuseeland: Scharfer Produktionsrückgang möglich

Trotz des saisonalen Produktionsrückgangs übertrifft die neuseeländische Milchproduktion bis Dezember 2012 den Vorjahreswert recht deutlich. Für den Monat Dezember meldete die neuseeländische Milchwirtschaft gegenüber dem Vorjahr eine 6,7 % größere Milchanlieferung.
 
Allerdings erwarten Analysten mittlerweile einen scharfen Rückgang des bisherigen Produktionsvorsprungs. Grund ist die anhaltende Trockenheit auf der neuseeländischen Nordinsel, die den Milchausstoß deutlich drosseln dürfte und sogar unter das Vorjahresniveau drücken könnte. Im Februar lag die Niederschlagsmenge auf der Nordinsel rund 50 % unter dem Normalwert. Diese Entwicklung spiegelt sich nach Einschätzung von Analysten auch in den auf der aktuellen Auktion erzielt Preisen.

Europa: Exportpreise relativ stabil

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
In Europa nehmen die Produktion und das Angebot derzeit aus saisonalen Gründen zu. Dabei begrenzen die noch immer hohen Futterkosten jedoch das Produktionswachstum. Analysten und Händler berichten, das die Produktion im Januar 2013 in den meisten europäischen Ländern unter der des Vorjahres lag und sich dieser Trend wohl auch im Februar fortsetzt.
 
In Deutschland könnte die Anlieferung hingegen den Vorjahreswert wieder leicht übertreffen. Insgesamt scheinen Angebot und Nachfrage in der EU jedoch gut ausgeglichen zu sein und Milch- und Produktenpreise sind relativ stabil. Der zuletzt wieder etwas nachgebende Euro dürfte zudem den Export wieder erleichtern. Die Exportpreise an den europäischen Häfen waren zuletzt auf relativ hohem Niveau stabil (Milchpulver) oder haben leicht nachgegeben (Butter/Butteröl/Molke).
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