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Milchproduktion

Milchmarkt International: Stabile Marktlage in der EU

von , am
30.11.2011

Der EU-Milchmarkt zeigt sich im November erstaunlich stabil. Zwar haben die Exportpreise für Butter und Magermilchpulver nachgegeben, am Binnenmarkt blieben die Notierungen für Rohmilch und Milchprodukte relativ stabil.

Die neuseeländischen Milchbauern haben ihre Produktion deutlich gedrosselt. © Mühlhausen/landpixel
Nach den Daten der EU-Kommission gaben von Oktober bis Mitte November innerhalb der EU lediglich die Notierungen für Butter leicht nach. Dagegen veränderten sich die Preise für Voll- und Magermilchpulver im Monatsvergleich ebenso wenig, wie die Notierungen für Käse. Molkepulver wurde gegenüber dem Vormonat sogar teurer. Auch die Rohmilchpreise behaupteten im Schnitt der EU ein Niveau von knapp 35 Ct/kg (September) und notierten damit etwa sechs Prozent bzw. zwei Cent höher als vor einem Jahr.
 
Am Weltmarkt haben sich die Spotmarktpreise Mitte November, nach einem kräftigen Rückgang von 25 Prozent in der zweiten Jahreshälfte, zunächst einmal stabilisiert. Die letzte Auktion der globalen Handelsplattform GlobalDairyTrade, verzeichnete jedenfalls Mitte November, über alle gehandelten Milchprodukte hinweg, einen leichten Preisanstieg von 2,6 Prozent.

Positive Trends in Ozeanien und USA

EU-Großhandelspreise für Milchprodukte
Auch die ozeanischen Exportpreise haben sich nach den vorangegangenen Abschlägen Mitte November wieder gefangen. Sowohl die Ausfuhrpreise für Milchpulver als auch für Käse konnten leicht zulegen.
 
In den USA haben sich die Rohmilchpreise ebenfalls besser behauptet als zunächst erwartet. Von August bis Oktober war zwar ein Preisrückgang von knapp 20 Prozent zu beobachten, im November konnten die Preise dann jedoch wieder leicht zulegen. Bis zum Januar rechnet man am US-Terminmarkt derzeit mit einem erneuten Preisrückgang von rund zehn Prozent. (Grafik: EU-Großhandelspreise für Milchprodukte)
 
Angebot wächst, Nachfrage schrumpft
 
Sowohl in der EU als auch in den meisten anderen großen Produktions- und Exportländern hat die Milchproduktion in diesem Jahr spürbar zugenommen. Um diese zusätzlich Milch zu vermarkten, sind neben einer robusten Binnennachfrage vor allem aufnahmefähige Exportmärkte nötig. Problematisch erscheint deshalb, dass einige der bedeutendsten Importeure wie China, Russland, Algerien oder Ägypten ihre Einfuhren zum Teil erheblich eingeschränkt haben.
 
Die Ursachen für diesen Nachfragerückgang liegen zum einen in der Abschwächung des Wirtschaftswachstums, zum anderen aber auch in den teilweise sehr kräftig gestiegenen Verbraucherpreisen.
 
EU: Milchanlieferungen nehmen zu
 
In der europäischen Union hat die Milchanlieferung im laufenden Kalenderjahr (Januar bis September) immerhin um 2,2 Prozent zugenommen. Ein Großteil des Produktionszuwachses floss in die Herstellung von Magermilchpulver. Bei diesem vor allem auch für den Export wichtigen Produkt, betrug der Produktionszuwachs gegenüber dem Vorjahr 14,1 Prozent (Deutschland: 14,5 Prozent). Bei Butter, Sahne und Käse nahm die Erzeugung in der EU weitaus moderater zu und bei Trinkmilch und Sauermilchprodukten blieb die Produktionsmenge in etwa stabil.
 
USA: Milchmenge trotz Dürre über Vorjahresproduktion
 
In den USA übertraf die im Oktober erzeugte Milchmenge die Vorjahresproduktion, trotz der ausgeprägten Dürre in den südlichen Bundestaaten, um 2,1 Prozent. In Neuseeland expandierte die Milcherzeugung in der Zeit von Juni bis September sogar um elf Prozent und in Australien um 2,2 Prozent. Auch aus Südamerika wird über eine kräftige Ausweitung der Milcherzeugung berichtet.
 
Neuer Preisdruck zu befürchten
 
Sollte sich die Nachfrage der großen Importeure nicht erholen, ist angesichts der Angebotsentwicklung spätestens im kommenden Jahr neuer Preisdruck an den Exportmärkten und damit auch in Europa zu befürchten.
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Eine ausführliche Analyse zur Entwicklung am europäischen und internationalen Milchmarkt finden Sie in der Ausgabe 01/2012 der NL - Neuen Landwirtschaft, dem Magazin für Agrarmanager.
 
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