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Milchproduktion

Milchmarkt IV: Risiken und Gewinnchancen bei Spekulationen

von , am
07.01.2013

Seit 2006 schwanken die Preise am Milchmarkt heftiger als je zuvor. Dies ist das Resultat der 2004 eingeleiteten Reformen. In einer mehrteiligen Serie erklären wir Ihnen die Hintergründe des Milchmarktes.

© agrar-press
Börsen-Teilnehmer, die nichts mit der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln zu tun haben, sind oft weit vom physischen Markt, erläutert Erhard Richarts vom ife Institut für Ernährungswirtschaft (Kiel) in seinen Ausführungen zum Thema Milchmarkt. Die Teilnehmer sind an Gewinnen durch Ausnutzen von sich im Zeitablauf ergebenden Preisunterschieden interessiert, müssen aber hohe Risiken in Kauf nehmen. In den Medien wird diese Funktion oft negativ dargestellt, wobei das Gewinnstreben nicht selten als Sünde angeprangert wird, wenn es um Lebensmittel geht. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich Haussen oder Baissen nicht lange Zeit im Widerspruch zu den tatsächlichen Verhältnissen von Angebot und Nachfrage durch-halten lassen: Wenn es Blasen sind, platzen sie irgendwann. Ethische Bedenken sind also nicht angebracht, erst recht nicht auf der Seite, der es um Preissicherheit geht.

Sicherheit oder Gewinnchancen: Man kann nicht alles haben

Allerdings wird die Absicherungsabsicht von Seiten der Erzeuger häufig dahingehend missverstanden, dass sie nur vor extremen Preisausschlägen nach unten bewahrt werden. Verständlicherweise nimmt man gerne die hohen Preise mit. Käufer der Milchprodukte möchten dagegen von heftigen Preisausschlägen nach oben verschont bleiben. Doch brauchen branchenfremde Anleger, die der Terminbörse Liquidität verschaffen, Anreize in Form von Gewinnchancen, damit sie einsteigen und die Risiken übernehmen, von denen die nach Sicherheit strebenden Marktteilnehmer verschont bleiben möchten.
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