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Milchproduktion

Milchmarkt: Termingeschäfte zur Preisabsicherung nutzen

von , am
10.05.2012

München/Berlin - "Wir leben in einer Zeit, in der der Weltmarkt besser ist, als der Verkauf an Aldi oder Lidl", sagt DBV-Vizepräsident Udo Folgart. Zur Preisabsicherung kann er sich auch Rohmilchkontrakte vorstellen.

Udo Folgart zieht sich aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern im DBV und im Landesbauernverband Brandenburg ab 2016 zurück. © SPD
Die aktuellen Abschlüsse bei Trinkmilch mit dem Lebensmitteleinzelhandel haben bei vielen Milchbauern für Unmut gesorgt. "Wir leben in einer Zeit, in der der Weltmarkt besser ist, als der Verkauf an Lidl oder Aldi", sagt auch DBV-Vizepräsident und Milchmarktspezialist Udo Folgart.
 
Obwohl die Milchproduktion weltweit steigt, sieht er für deutsche Landwirte positive Tendenzen. "Steigende Milchmengen schließen steigende Milchpreise nicht sofort aus", sagt Udo Folgart im Gespräch mit agrarheute.com.

Tendenz: positiv

Obwohl sich momentan eine Abkühlung der Konjunktur im Milchbereich abzeichnet, seien freundliche Tendenzen am Käse- und Pulvermarkt festzustellen. "Das ist besonder wichtig, da fast die Hälfte der deutschen Milchproduktion in die Käseproduktion fließt", sagt Folgart. Nur 20 bis 21 Prozent der Milchmenge würde in Deutschland zu Trinkmilch verarbeitet.
 
Auch die weltweite Nachfrageentwicklung bewertet er positiv. Diese Aussage bestätigt auch eine aktuelle Markteinschätzung der FAO. Diese rechnet vor allem in Asien und Nordafrika mit steigendem Bedarf.

Termingeschäfte zur Preisabsicherung nutzen

Trotz der nach Folgarts Einschätzung insgesamt positiven Aussichten, hält er weitere Strukturanpassungen in Deutschland für nötig: "Die Frage ist, ob wir mit unseren deutschen Molkereien in einer Position aufgestellt sind, die eine Verhandlung auf Augenhöhe ermöglicht." Die aktuelle Menge an Molkereien betrachtet der DBV-Vize kritisch: "Es sind soviele, dass sie sich vielleicht sogar verzetteln können."
 
Termingeschäften - beispielsweise ein Rohmilchkontrakt an der Frankfurter Börse - steht er positiv gegenüber. Schließlich seien diese beispielsweise bei Raps oder Getreide kaum mehr wegzudenken - und helfen dabei, Preisvolatilität auszugleichen.
 
Einen weiteren Aspekt stellt für ihn auch die vom Bauernverband schon lange geforderte Risikoausgleichsrücklage statt. Was das genau ist und wie sich Milchbauern für die Zukunft aufstellen sollten, erfahren Sie im Podcast mit Udo Folgart.
 
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