Login
Milchproduktion

Milchmarkt: Widersprüchliche Signale

© womue/fotolia
von , am
13.11.2013

Die Milchpreise befinden sich auf hohem Niveau, obwohl der Rohstoffwert Milch im Oktober das erste Mal seit Juni gefallen ist. Die steigenden Milchpreise haben die Produktion angekurbelt.

Die Erzeuger fragen sich, wieviel kommt von den 4 Cent bei ihnen an? © BK/fotolia.com
Mittlerweile haben die Milchpreise in Deutschland die 40-Cent-Marke angenähert und teilweise sogar überschritten. Auch an den Spotmärkten waren die Milchpreise bis in den November hinein sehr hoch. Anderseits ist der Rohstoffwert für Milch im Oktober das erste Mal seit Juni gefallen und die steigenden Milchpreise haben die Produktion angekurbelt.

Butter und Milchpulver billiger, Käsepreise fest

Am europäischen Binnenmarkt waren die Preise für Milchprodukte Anfang November etwas schwächer. Das Ife-Institut in Kiel hat für Oktober einen Rohstoffwert für Milch von 44,2 Cent pro Kilogramm (Ct/kg) errechnet. Das sind 1,4 Cent weniger als im September. Dagegen haben die Käsepreise ihr hohes Niveau behauptet.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise allerdings deutlich höher. Der Preisaufschlag betrug für Edamer knapp 15 Prozent, für Gouda 18 Prozent, für Butter 25 Prozent, für Vollmilchpulver 25 Prozent und für Magermilchpulver 16 Prozent.

Spotmarktpreise weiter sehr hoch

Die Erzeugerpreise für Milch sind bis September weiter gestiegen. Angesichts der rückläufigen Rohstoffpreise dürfte der Preisanstieg im Oktober jedoch zum Stillstand kommen. Allerdings haben die Spotmarktpreise für Rohmilch in Deutschland zuletzt nochmals zugelegt, und pendelten Anfang November zwischen 46 Ct/kg und 49 Ct/kg.

Verbrauchpreise sehr stark gestiegen

Immer stärker gebremst werden Nachfrage und Verbrauch von Milchprodukten am Binnenmarkt durch den Anstieg der Verbraucherpreise. Im Vergleich zum Vorjahr mussten die deutschen Verbraucher beim Kauf von Milchprodukten im Oktober 8,5 Prozent mehr ausgeben als im Jahr zuvor.

Milchproduktion jetzt deutlich über dem Vorjahr

Durch die höheren Preise ist die Produktion von Milch in den letzten Monaten europaweit kräftig gestiegen. Dabei erreicht die Anlieferungskurve aus saisonalen Gründen im Oktober und November den niedrigsten Stand.
Im September war die angelieferte Milchmenge in einer ganzen Reihe wichtiger Produktionsstaaten größer als im Vorjahr. Für den gesamten Zeitraum April bis Oktober lag die deutsche Anlieferungsmenge nach vorläufigen Angaben des MIV rund 1,7 Prozent höher als im letzten Jahr.
 
 

Marktreport: Milch - kein genereller Abwärtstrend (7. November)

Auch interessant