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Milchmarkt

Milchmarktprognose: Nachfrage übersteigt Angebot

Josef Koch/dlz agrarmagazin/Katharina Krenn/agrarheute
am
14.06.2016

Milchmarkt-Experten gehen von einer geringeren Zunahme der Milchmengen am Weltmarkt aus. Gleichzeitig soll ab Jahresmitte die Nachfrage stärker als das Angebot steigen.

Landwirt beim Melken

Rund 70 Milchmarktexperten des weltweit agierenden IFCN Researcher Networks aus über 40 Ländern diskutierten die Frage, wie der zukünftige Milchmarkt aussehen wird. Die IFCN-Wissenschaftler kommen in ihrer Analyse des weltweiten Milchangebots zu dem Ergebnis, dass das Angebot 2016 um 1,5 Prozent steigen wird. Dies ist um einiges niedriger als die Steigerung in 2015 mit Plus 1,8 Prozent und 2014 mit Plus 3,2 Prozent.

Die Nachfrage nach Milch ist ebenfalls ein beeinflussender Faktor. IFCN schätzt das Wachstum der Nachfrage in 2015 auf 1,8 bis 2 Prozent. Dieses Wachstum ist geringer als das langjährige Mittel von 2,4 Prozent pro Jahr im Zeitraum 2006 bis 2015. Für das Jahr 2016 erwartet IFCN ebenfalls ein unterdurchschnittliches Nachfragewachstum für Milch von zwei Prozent.

Was bedeutet das für das Marktgleichgewicht?

In den Jahren 2014 und 2015 überstieg das Milchangebot die Nachfrage und Milchreserven wurden aufgebaut. IFCN geht davon aus, dass für 2016 die Nachfrage nach Milch das Angebot von nun an jährlich übersteigen wird. Das war in den ersten fünf Monaten des Jahres nicht der Fall, wird aber für die zweite Jahreshälfte 2016 erwartet.

Dr. Torsten Hemme, Gründer des IFCN Dairy Researcher Networks, sagt zu den Milchpreisperspektiven: „Das hängt hauptsächlich von den Volumen der Lagerbeständen ab. Wenn diese Bestände für längere Zeit gehalten werden, kann sich der Milchpreis bis Ende 2016 deutlich erholen. Werden die Bestände schnell abgebaut, wird die Erholung des Milchpreises verzögert. Trotzdem ist eine Erhöhung des Milchpreises möglich“.

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