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LTO-Milchpreisvergleich

Milchpreis: Das zahlten führende EU-Molkereien im Dezember

am Freitag, 07.02.2020 - 10:20 (Jetzt kommentieren)

Die Milchpreise in der EU sind im Dezember leicht angestiegen. In den USA bekommen die Bauern aber deutlich mehr Milchgeld. Im Jahresschnitt sind deutsche Molkereien zurückgefallen.

Milchlieferung

EU-Milchbauern bekamen im Dezember erneut mehr Milchgeld als im November. Doch die Preisentwicklungen sind je nach Molkerei ganz unterschiedlich. In den USA gingen die Milchpreise zwar zurück, bleiben aber deutlich über 40 Cent. Das geht aus dem monatlichen Milchpreisvergleich des niederländischen Bauernverbandes LTO für 16 EU-Molkereiunternehmen hervor.

Der EU-Durchschnittspreis für Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß lag im Dezember bei 33,99 Cent/kg ab Hof. Das waren knapp 0,3 Cent mehr als im November. Damit wurde das Preisniveau des Vorjahres um rund 0,33 Cent oder nur noch 1 Prozent unterschritten. Der Rückstand zum Vorjahr schmilzt immer weiter zusammen.

Das Deutsche Milchkontor (DMK) zahlte mit 32,25 Cent/kg einen Cent mehr aus als im November. Damit liegt der DMK-Preis nur noch 1,8 Cent/kg hinter dem den EU-Durchschnitt zurück. Für Januar ist ein unveränderter Milchpreis angekündigt.

Die Sachsenmilch in Leppersdorf hat ihre Auszahlung für Dezember unverändert bei niedrigen 31,48 Cent/kg belassen. Damit hat die Molkerei das EU-Niveau um rund 2,5 Cent verfehlt. Für Januar will die Molkerei einen stabilen Milchpreis auszahlen.

Für die Hochwald Milch eG ermittelte die LTO ebenfalls einen stabilen Milchpreis für Dezember von 32,53 Cent/kg. Damit zahlte Hochwald 1,5 weniger aus als im EU-Schnitt. Für Januar ist ein stabiles Auszahlungsniveau angedacht.

Bei DMK, Sachsenmilch und Hochwald sind Zuschläge für gentechnikfrei erzeugte Milch sowie für die Teilnahme an Nachhaltigkeitsprogrammen nicht enthalten.

Der niederländische Marktführer FrieslandCampina zahlte seinen Lieferanten 35,88 Cent/kg für Dezember, was einem Anstieg um 0,88 Cent entsprach. Für Januar soll der Preis aber um 1,3 Cent fallen, für Februar soll es aber wieder um 0,7 Cent nach oben gehen. Damit erhielten die FC-Lieferanten immerhin knapp 1,9 Cent mehr als den EU-Schnitt.

Arla Foods hielt für Dezember die Auszahlungsleistung mit 32,47 Cent/kg erneut nahezu stabil. Bis Januar soll der Milchpreis unverändert bleiben. Der Zuschlag für Arlagarden Plus ist enthalten, unberücksichtigt sind Zuschläge für Gentechnikfreiheit und Tierwohl.

Niedrigstpreise in Irland

Die irische Molkerei Glanbia hat im LTO-Ranking die Rote Laterne wieder fest in der Hand, trotz eines stabilen Auszahlungsniveaus. Mitkonkurrent Dairy Gold zahlte einen Cent mehr aus und verließ damit den letzten Platz.

Saputo Dairy UK (Dairy Crest) zahlte im Dezember 35,75 Cent/kg aus. Das waren gut 0,1 Cent weniger als im November. Damit ist das EU-Niveau um knapp 1,8 Cent überschritten. Als Grund für den leichten Rückgang nennen die LTO-Experten den schwächeren Wechselkurs für das britische Pfund. Für Februar müssen sich Milchbauern aber auf einen Rückgang um rund 0,8 Cent/kg einstellen.

In Italien sind die Milchpreise im Dezember stabil gewesen. Die Molkerei Granarolo (Italien) zahlte 41,27 Cent/kg. Sie markiert damit aufgrund der dortigen Marktverhältnisse unangefochten den höchsten Preis im LTO-Ranking. Dahinter folgt FrieslandCampina und die finnische Molkerei Valio mit 35,88 Cent/kg. Der Preis enthält einen Nachhaltigkeitszuschlag von 2 Cent.

In Frankreich entwickelten sich die Milchpreise erneut unterschiedlich. Sodiaal-Lieferanten bekamen mit 34,22 Cent/kg 0,2 Cent mehr als vor einem Monat. Der Bonus für das Nachhaltigkeitsprogramm "La Route du Lait" ist hier nicht berücksichtigt.

Lactalis erhöhte seinen Milchpreis um 0,6 Cent. Das Niveau soll für Januar und Februar leicht steigen. Im Gegensatz dazu ließt Savencia ihr Auszahlungsniveau für Dezember unverändert. Danone nahm seinen Milchpreis um rund 1 Cent auf 33,2 Cent/kg zurück.

Wichtige EU-Molkereien mit ihren Milchpreisen

Molkerei Land Dez 19 Nov 19 gleitender 12-Monatsschnitt 1)
Milcobel BE 33,7 32,2 32,3
Sachsenmilch (Leppersdorf) DE 31,5 31,5 32,0
DMK Deutsches Milchkontor DE 32,3 31,3 31,6
Hochwald Milch eG DE 32,5 32,5 32,7
Arla Foods DK DK 32,5 32,5 32,6
Valio FI 35,9 35,9 35,4
Savencia FR 35,1 35,1 35,2
Danone FR 33,2 34,2 35,0
Lactalis FR 35,6 35,0 34,9
Sodiaal FR 34,2 34,0 35,3
Dairy Crest UK 35,8 35,9 32,9
Dairy Gold IE 31,3 30,3 30,3
Glanbia IE 31,1 32,1 30,4
Kerry Agribusiness IE 32,0 31,0 31,0
Granarolo IT 41,3 41,3 39,3
FrieslandCampina NL 35,9 35,0 35,2
EU-Durchschnitt 2)   34,0 33,7 33,5
Emmi CH 53,4 52,8 51,6
Fonterra 3) NZ 33,8 31,7 31,4
United States Class III 4) US 43,4 46,1 38,2
Quelle: LTO
ct/kg, 4,2%Fett,3,4% Eiweiß, ohne MwSt., 1 Mio. kg Jahresanlieferung;
1) ohne Nachzahlungen;
2) Arithmetisches Mittel;
3) aktuelle Prognose,
4) laut USDA.

US-Milchpreise steigen noch einmal deutlich

Der Milchmarkt in den USA ist weiterhin fest gestimmt. So bekamen die US-Farmer für November 46,1 Cent/kg (Class III) für die Milch. Das sind laut LTO rund 3,7 Cent mehr als im Oktober. Damit liegen die Milchpreise in Übersee sogar knapp 12,4 Cent über dem EU-Mittel.

Die neuseeländische Molkerei Fonterra erhöhte ihren Milchpreis leicht um 2,5 Cent auf 31,7 Centkg.

Die Schweizer Milchbauern mussten für November deutlich niedrigere Milchpreise akzeptieren. Emmi zahlte rund 52,8 Cent/kg aus, was einem Minus von 3,1 Cent/kg entsprach. In der Schweiz erhielten die Milchbauern damit rund 19 Cent höhere Milchpreise als in der EU.

EU-Ranking 2019: Deutsche Molkereien fallen weiter zurück

Im EU-Ranking der LTO-Jahresauwertung 2019 ist Deutschlands größte Molkerei DMK Group mit einem vorläufigen Jahresmilchpreis von 31,59 Cent/kg näher ans Tabellenende gerückt. Im Vorjahr kam die Molkerei noch auf Platz 12, so die Auswertungen des niederländischen Bauernverbands LTO.

Die Sachsenmilch in Leppersdorf konnte ihre Vorjahresplatzierung ebenfalls behaupten. Sie fiel vom 11. auf den 12. Rang zurück. Der Milchpreis betrug knapp 32 Cent/kg. Die ostdeutsche Molkerei zahlte 2018 fast 2,4 Cent weniger als im Vorjahr aus.

Ganz anders erging es Hochwald eG. Trotz einer Milchpreissenkung von rund 1 Cent/kg auf 32,69 Cent/kg behielt sie den neunten Rang. Dennoch erreichte auch sie, wie die anderen deutschen Molkereien, den EU-Durchschnitt von 33,49 Cent/kg nicht.

Gegenüber 2018 gingen die Milchpreise in der EU laut LTO um 0,7 Cent oder 2,2 Prozent zurück.

Vorläufige Jahresmilchpreise 2019

Molkerei Land 2019 2018 Vergleich 2019/2018 (in Prozent)
Royal A-Ware NL - 35,13 -
Granarolo IT 39,26 38,36 2,3
Valio FI 35,39 36,74 -3,7
Sodiaal FR 35,25 34,93 0,9
Savencia FR 35,17 33,69 4,4
FrieslandCampina NL 35,16 36,07 -2,5
Danone FR 35,04 34,55 1,4
Lactalis FR 34,89 33,98 2,7
Saputo Dairy (Dairy Crest) UK 32,92 32,67 0,8
Hochwald Milch eG DE 32,69 33,74 -3,1
Arla Foods DK DK 32,59 35,48 -8,1
Milcobel BE 32,25 32,72 -1,4
Sachsenmilch (Leppersdorf) DE 31,97 33,02 -3,2
DMK Deutsches Milchkontor DE 31,59 32,91 -4,0
Kerry Agribusiness IE 31,04 32,51 -4,5
Glanbia IE 30,39 32,59 -6,8
Dairy Gold IE 30,29 32,75 -7,5
EU-Durchschnitt 1)   33,49 34,23 -2,2
Emmi CH 51,58 48,25 6,9
Fonterra NZ 31,39 29,40 6,8
United States Class III US 38,15 31,49 21,1
Quelle: LTO
ct/kg, 4,2%Fett,3,4% Eiweiß, ohne MwSt., 1 Mio. kg Jahresanlieferung;
ohne Nachzahlungen;
1) Arithmetisches Mittel;
 
 

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