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Milchproduktion

Milchpreis-Drücker: 'Aldi ist Totengräber der Nachhaltigkeit'

von , am
12.06.2015

Aldi bringt ab Montag eine "nachhaltige" Milch in seine Filialen - gentechnikfrei und aus artgerechter Haltung. Viele Bauern betrachten die Aktion als "Feigenblatt," denn die Discounter-Riege, allen voran Aldi, hat zuvor massiv die Milchpreise gedrückt.

Ab Montag steht "meine bayerische Bauernmilch" in den Regalen der süddeutschen Aldi-Filialen. © Aldi
65 Cent soll sie kosten - die neue Aldi-Vollmilch, gentechnikfrei und laut Discounter aus artgerechter Haltung. Ab Montag steht sie mit dem Slogan "meine bayrische Bauernmilch" in den Regalen der Aldi Süd Filialen. "Sie steht für Qualität, tierartgerechte Haltungsbedingungen, gentechnikfreie Fütterung sowie kurze Transportwege und Nähe zu den Erzeugern", heißt es in der Pressemitteilung des Discounters.
 
 
Das sorgt für reichlich Unmut unter den bayerischen Milchbauern. Es sei purer Sarkasmus von Nachhaltigkeit zu sprechen, nachdem die Discounter, allen voran Aldi, bei den Milchpreisverhandlungen in der Vorwoche die Preise massiv gedrückt haben, so der Milchpräsident des Bayerischen Bauernverbands, Günther Felßner.

Aldi drückt Milchpreis um 5 Cent

"Für mich ist Aldi der Totengräber der Nachhaltigkeit", so die Reaktion des BBV-Milchpräsidenten auf die neue "Nachhaltigkeits-Milch" von Aldi. Aldi habe sich erst vergangene Woche als Fahnenführer der Milchpreis-Drücker präsentiert. Die neue Milch sei ein "Feigenblatt, hinter der eine Geiz-ist-Geil-Mentalität versteckt wird", so Felßner. In der letzten Milchpreisrunde, die in der Vorwoche stattfand, drückten die Discounter den Preis für beispielsweise Trinkmilch um 5 Cent. Dabei gab der Markt keinen Anlass für eine Preissenkung, denn es sei Felßner zufolge derzeit nicht zu viel Milch am Markt.

Milchbauern erhalten 2 Cent mehr

Die 61 bayerischen Landwirte erhalten für ihre Qualitäts-Bauernmilch circa 2 Cent pro Liter mehr. Dafür müssen sie sich am Programm "Geprüfte Qualität - Bayern" (GQ) des bayerischen Landwirtschaftsministeriums beteiligen, ihre Milchkühe in Laufställen halten und auf gentechnisch veränderte Futtermittel verzichten. Für Felßner ist das Schaufensterpolitik. Letztlich hätten die Bauern mit 2 Cent Mehrerlös nicht mehr Geld in der Tasche, denn die höheren Produktionskosten nivellieren den Mehrerlös.

Regionalmilch für 65 Cent

Milfina "meine bayrische Bauernmilch" ist ab Montag in den Fettstufen 3,8 % und 1,5 % zum Preis von 65 Cent beziehungsweise 61 Cent in allen bayerischen ALDI SÜD Filialen erhältlich. Die neue Aldi-Milch trägt das blauen Regionalfenster, das GVO-Siegel "ohne Gentechnik" sowie das Kennzeichen "Geprüfte Qualität - Bayern.

Zuchtwertschätzung Fleckvieh: Die besten neuen Vererber im April 2015

Der Bulle Ostende: Gesamtzuchtwert (GWZ) 121 - überzeugt in Milch- und Fleischleistung. Foto: KeLeKi © KeLeKi
Empathie: Der Bulle hat einen GZW von 123. Seine besonderen Stärken liegen in Fundament und Euter. Foto: ZV BT © ZV BT
Iserschee: Sein GZW im April liegt bei 126. Seine Töchter sind leistungsstarke, milchbetonte Jungkühe mit funktionellem Fundament. Foto: KeLeKi © KeLeKi
Mandrin: GWZ 125; Seine Doppelnutzungseigenschaften liegen in guten Fleischwerten. Seine Töchter punkten mit hoher Milchleistung. Foto: KeLeKi © KeLeKi
Othello: Sein GZW beträgt 126. Er ist aktuell im Gesamtzuchtwert der höchste geprüfte Hupsol- Sohn. Foto: Genostar © Genostar
Vulkan: Die Töchter des Bullens Vulkan haben gute Fundamente und korrekt gewinkelte und trockene Sprunggelenke. Foto: Lustenberger natural pictures © Lustenberger natural pictures
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